355 Seligkeit verzweiſte! Leb wohl, Saalſeld, be⸗ klage mich.
Mariane an ihre Mutter.
Laſſen Sie mich zuruͤckkommen, liebe Mut⸗ ter! Ich bitte, ich beſchwoͤre Sie! Ich kann mein Schickſal nicht mehr tragen, ich bin zu ſchwach. Ich wollte es Ihnen und mir ſelbſt verhehlen, daß es Liebe, innige Lie⸗ be iſt, die mich zu Bernheim zieht. Lange ſchrieb ich Ihnen nicht, denn ſollte ich Ihnen eine Falte meines Herzens verſtecken koͤnnen? Nein, gute Mutter, das kann Mariane nicht⸗ Jetzt muß ich dies Herz Ihnen ganz entfalten, mit allen ſeinen Schwaͤchen. Ich bin unfähig, mich zu verſtellen, ich werde mich verrathen, und dann verachtet werden. Nehmen Sie mich wieder zu ſich, das iſt das einzige Mittel, mich mir ſelbſt wieder zu geben.
So lange es ſchien, als waͤre ich von dem einzigen Manne geachtet, dem ich vor allen Männern, die ich bisher ſah', in meinem Her⸗
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