ich ein Wert von ihr vernommen, das ſie ge⸗ ßrochen hätte? Und dennoch, was will ich? Dieſer Ludwig Henning, dieſer gleichgeſtimm⸗ te, ernſthafte junge Mann, dem ich's anſehe, was er aus Marianen macht, iſt mir jeßt uͤber⸗ all im Wege. Das Mädchen iſt ganz veraͤn⸗ dert. Zurückhaltend gegen mich mit Blick und Miene, gegen ihn ganz offne Herzlichkeit! Mein Betragen wird unſtät und unruhig. Ich habe zu nichts mehr Luſt. Alles iſt mir verhaßt. Ich bin nicht ruhig, wenn ich nicht dort bin, und dort bin ich nicht mehr gluͤcklich.
Ich ſehe wohl, was man im Hauſe denkt; und ſo wenig verzeihlich es auch iſt, ſo will ich, um zů erfahren, ob mich Mariane liebt, mich verliebt in Bertha ſtellen. Das iſt beſchloſ⸗ ſen! Es wird eine ſchreckliche Rolle fuͤr mich ſeyn, aber ich muß ſie ſpielen⸗ O! mit wel⸗ cher gluͤhenden Leidenſchaft bete ich das Maäd⸗ chen an, das mich jetzt ſo gleichguͤltig betrach⸗ tet! Was gäb' ich jetzt um einen einzigen ſchwachen Beweis ihrer Liebe, da ich an dieſer


