Von Hugo Schramm.
477 gehalt von 300 Franken aus, den er als Aufſeher des Leuchtthurmes der Jetée beziehen ſollte.
Von jener Zeit an blieb dieſes Amt in den Händen der Bruſſard's, und nicht leicht verging ein Jahr, in dem ſie ſich nicht durch Heldenthaten, jener erſten würdig, hervorgethan hätten. Auf der Bruſtwehr des Hafendammes iſt ein mit Kupfer beſchlager Pfahl, und an demſelben befindet ſich eine Kette. An dieſe Kette ſich feſtklammernd, ſtand ſeit 1777 in jedem Sturme, Tag oder Nacht, ein Bruſſard und wurde ein Warner derer, die die Gefahr und das ſturmbewegte Meer noch im Hafen nicht freigeben wollte. Und ob die Wellen über ihn hingingen, ob ſie ihn von ſeinem Ehrenpoſten herabriſſen, im näch⸗ ſten Momente tauchte der Warner wieder auf und trotzte, mit ſeinem Sprach⸗ rohre Rath ertheilend, dem wüthenden Elemente. Fünfzigmal ſetzte ein Bruſ⸗ ſard ſein Leben ein, um das anderer zu retten. Napoleon I. ließ einem derſelben eine Hütte bauen, und ich möchte den ſehen, der ein würdigeres Schloß hätte, und wäre er der Sohn eines Königsbaſtardes; er gab ihm das Ehrenkreuz, und ich möchte den Marſchall kennen, der deſſen würdiger iſt, und hätte er die Schlachten bei Auſterlitz und Jena gewinnen helfen. Hier gab es einen wahren Erbadel— denn faſt ſeit einem Jahrhunderte fragte die Menge, ſo oft ein Schiff in Gefahr, ein Menſch zu retten war:„Iſt kein Bruſ⸗ ſard da?“


