Zur Lecture.
Weihnachtsbücher und Belletriſtik.
M. Oſten, Aus frommer, fröhlicher Kinderwelt. Breslau. Trewendt. 1868.
Mit lebhafter Freude ſehen wir uns in den Stand geſetzt, unſeren Le⸗ ſern auch dies Jahr noch einige Bücher für das Weihnachtsfeſt nennen und empfehlen zu können, und zwar als erſtes dieſe kleinen Erzählungen„Aus der Kinderwelt“, welche den vollſten Beifall nicht nur der Eltern, ſondern auch der Kinder verdienen. Die„Toni und die kleinen Eſelstreiber“ und „Was Tante Julchen erzählte“ zeigen, daß die Verfaſſerin Kinder verſteht und liebt. Denn außerdem, daß die Erzählungen den kleinen Leſerinnen ſicher gefallen werden, bringen ſie uns auch Schilderungen von Kindern und aus deren kleinem Leben, welche ſelbſt unſer Einen durch Anmuth und Wahr⸗ heit erfreuen. Die ſechs Illuſtrationen ſind hübſch, und daß auch die übrige Ausſtattung ſauber iſt, verbürgt der Name des Verlegers.
G. Tſchache, Märchen und Sagen. Breslau. Trewendt. 1868.
Der Herausgeber hat von allerwärts die hübſcheſten und für die Jugend verſtändlichſten Märchen und Sagen geſammelt und zuweilen, wie es uns ſcheint, mit leichten Veränderungen wieder erzählt. Wir können das nur billigen, da unſere Märchenerzähler mit Ausnahme der Gebrüder Grimm und Bechſteins keineswegs immer den rechten Ton zu treffen pflegen, und überdies den Kindern auf ſolche Weiſe allerlei Stücklein zugänglich gemacht werden, die ihnen ſonſt noch entzogen bleiben müßten, wie z. B. aus Tau⸗ ſend und eine Nacht, oder Muſäus.— Sechs hübſche Illuſtrationen zieren den ſtattlichen Band.
Aus Trewendt's Jugendbibliothek liegen uns drei Bändchen vor: W. Hoffmann, Abraham Lincoln;— R. Baron, Ein Land⸗ wehrmann;— J. Schiller, Saat und Ernte. Das erſte bringt uns ſehr gut erzählte Züge aus dem Leben des Märtyrer⸗Präſidenten, die beiden anderen geben uns Darſtellungen aus dem vorjährigen Kriege. Wir haben dieſen Büchlein nicht nur das patriotiſche Gefühl nachzurühmen, ſondern


