Von Wilhelm Müller. 465
ngſt Bi zu ihrer Befreiung gemacht wurden. Sie war der größeren Sicherheit deuchelei t wegen von Carlisle auf das Schloß Bolton gebracht worden. Jene Ge⸗
Schrecken! richtskomödie in York, bei welcher Murray und einige andere Schotten
gt dem! aals Kläger gegen ſie auftraten, hatte zu nichts als zu gegenſeitigen Be⸗
ege, ſo ln ſchuldigungen geführt. Von Bolton, in deſſen Nähe ſich viele Katholiken
in ibth befanden, wurde ſie nach Tutbury gebracht. Die Grafen von Northum⸗
en bisbel berland und Weſtmoreland riefen alle Katholiken zu ihrer Befreiung auf;
venn ſe aber ſie mußten nach Schottland fliehen. Papſt Pius V. erklärte Eliſa⸗
t Franke beth als die Beſchirmerin aller Feinde des Katholicismus des Thrones r die Ei verluſtig und entband ihre Unterthanen des ihr geleiſteten Eides. Aber die Zeiten Gregors und der beiden Innocenz waren vorüber; ſolche Thea⸗
zu fürk terblitze bewirkten nur ſtrengere Geſetze gegen die Katholiken Englands. 1und A Den Herzog von Norfolk koſtete das Beſtreben, mit Hülfe Spaniens und königliche des Papſtes in den Beſitz Maria's und ihrer Anſprüche zu kommen, den dum ofun Kopf. Nicht glücklicher als die Bemühungen des Adels waren die jener fandrn,i unbeſonnenen Männer, welche aus dem katholiſchen Seminar zu Rheims für M hervorgingen. Die bedeutendſte Unternehmung dieſer Art iſt die Ver⸗ 2 ſchwörung Babingtons und ſeiner Genoſſen, welche den Zweck hatte, Eli⸗
chen ſabeth zu ermorden und mit Hülfe eines aus den Niederlanden kommen⸗ 5, aul den ſpaniſchen Heeres Maria Stuart auf den engliſchen Thron zu ſetzen. nd ihr d Es unterliegt keinem Zweifel, daß Maria von dieſem Befreiungsverſuch rabran 9 wußte, aber noch weit deutlicher tritt das ſkandalöſe Benehmen des Mi⸗ 3 u) niſters Walſingham zu Tag, welcher unter den Verſchwörern ſeine Spionen Diebim hat, jene insgeheim aufſtachelt, ihren Briefwechſel mit Maria durch ſeine
en engi Hand gehen läßt, und nachdem er ſelbſt den Funken zur Flamme ange⸗ Katholſt blaſen hat, die Verſchwörer gefangen nimmt, hinrichten läßt und auf dieſes
Verfolg V ſelbſtgemachte Attentat hin Maria den Prozeß macht. Dieſe befand ſich ausnocht” damals in Chertſey unter der Aufſicht des puritaniſchen Paulet, der mit
. Abe ſalbungsvoller Strenge, wie man dies in unſeren Zeiten auch in preußi⸗ „König) ſchen Gefängniſſen bemerkt hat, ſie als eine Kriminalgefangene, nicht als beküne Königin behandelte. Auf einem Spaziergang führte er ſie mit Gewalt j ſe nach Tixal und ließ ſie erſt nach dreiwöchiger einſamer Haft wieder nach Chertſey zurückkehren. Beim Eintritt in ihr Gemach ſah ſie, daß ihre Schränke erbrochen, ihre Papiere und Siegel weggenommen waren. Sie
ſchwieg einen Augenblick, dann ſagte ſie zu Paulet:„ wei Dinge ſind
noch übrig, Sir, die Ihr mir nicht nehmen könnt: das königliche Blut, 5 Hausblätter. 1881. IV. Vd. 30


