464 Maria Stuart und Eliſabeth.
geſehen haben. Die engliſche Regierung hatte nicht die geringſte Befug⸗ niß, Maria zurückzuhalten oder gar zu richten, und es iſt Heuchelei oder übertriebene Furcht, wenn ſie mit ihrer Freilaſſung alle Schrecken des Bürger⸗ und Religionskriegs loszulaſſen vorgab. Wo liegt denn hier die Konſequenz? Wo waren denn die engliſchen Religionskriege, ſo lange Maria auf dem Thron von Schottland ſaß? Wenn man ſie in ihr Hei⸗ matland entließ, wer kam denn dadurch in Gefahr? Nach allen bisherigen Vorgängen nicht Eliſabeth, ſondern Maria ſelbſt. Sogar wenn ſie nach Frankreich ging, was war denn von dort zu fürchten? That Frankreich, damals durch die Hugenottenkriege im Schach gehalten, für die Einge⸗ kerkerte nichts, ſo that es noch viel weniger für die Befreite.
Nicht in der Freiheit, ſondern im Kerker war Maria zu fürchten. Alle Katholiken des In- und Auslandes, wer Rechtsgefühl und Ritter⸗ lichkeit beſaß, intereſſirte ſich, von Mitleid bewegt, für die königliche Ge⸗ fangene und ſah in ihr eine Märtyrerin. War es ja jedem offenbar, daß nicht die Beſchuldigungen, welche auf der officiellen Liſte ſtanden, ihre Gefangennehmung veranlaßten, ſondern zwei Umſtände, welche für Maria ebenſowenig ein Vorwurf waren, als es Eliſabeth zum Verbrechen ausge⸗ legt werden konnte, daß ſie, als die Tochter Anna Boleyn's, auf einem proteſtantiſchen Throne ſaß. Daß Maria Katholikin war und ihr Erb⸗ recht auf den engliſchen Thron behauptete, dies waren, im wahren Sinn der engliſchen Miniſter, ihre Verbrechen; alles andere war mehr oder minder Lüge und Heuchelei und gehörte nicht vor ihr Forum. Die Furcht, daß nach einem frühen Tode Eliſabeths Maria Stuart den engliſchen Thron beſteigen und die unheimlichen Zeiten Maria„der Katholiſchen“ heraufbeſchwören möchte, war im Hinblick auf die blutigen Verfolgungen in den Niederlanden und vollends Angeſichts der Bartholomäusnacht das leitende Motiv bei der Behandlung der ſchottiſchen Königin. Aber auch vor dieſer Gefahr gab es einen Ausweg. Maria's Sohn, König Ja⸗ kob VI. von Schottland, der ſich ſonſt wenig um ſeine Mutter bekümmerte, ſchrieb wenige Wochen vor der Kataſtrophe an Eliſabeth, daß ſie, wenn ſie mit Zuziehung des Parlaments ſeine Mutter von der Thronfolge aus⸗ ſchließe und ihn als ihren Nachfolger bezeichne, von jener nichts mehr zu fürchten habe. Aber die Tochter Heinrichs VIII. kannte die Regungen des Mitleids ſo wenig als ihr Vater und antwortete Jakob, eine Verurtheilte habe keine Rechte mehr abzutreten. Bei dieſer Sachlage konnte es nicht fehlen, daß verſchiedene Verſuche
un ihrer wegen ve nichtskom als Klä ſchudigt befander berland aber ſie beth al verluſti de Ze terblitz den. ds P Kopf. unbeſ hervo ſchw ſabe den Es wuf niſt hat Has bla


