Jahrgang 
4 (1864)
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22 In Nacht gehüllt. neigt. Auf Ehre, Exeellenz! ſetzte er lebhaft hinzu, als er ſah, daß 8 ſeine Worte einen unangenehmen Eindruck auf den ernſten Mann zu machen ſchienen.Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort, daß mir grade ſo 4 iſt, als hätte ich über mir durch den Nebel meiner Bewußtloſigkeit ein zu ſehr ſchönes Geſicht erblickt aber das iſt natürlich nur Einbildung, dn ein phantaſtiſcher Funke, den der harte Sturz mir aus dem Gehirn ge⸗ dur ſchlagen, weil ich vielleicht Excellenz müſſen es ſchon einem jungen hhr Lieutenant verzeihen hübſche Mädchen im Kopf hatte!Ihre uml Verletzung ſcheint zum Glück nicht bedeutend! ſagte der Graf aufſtehend. dur Urbiſch warf einen Blick in den ihm gegenüberhängenden Spiegel d und rückte das Käppchen über die unangenehm grünende Beule.Cs iſt ſc viel, daß mein Sturz ſo abgelaufen iſt, ſagte er,denn ich ſtürzte in l voller Carrière.Und außer Ihrem Phantaſiebilde wiſſen Sie ſich 16 auf nichts zu beſinnen, was etwa Verdacht erregen könnte? fragte der ie Graf.Man hat mir geſagt, daß zwei Wanderer von ziemlich ſchlechtem th Ausſehen im Walde ganz in Ihrer Nähe bemerkt worden ſind.Ach di ja! erwiderte der Offtzier.Ich erinnere mich. Sie ſaßen unter einem Ö Baume, alte Männer, geweſene Soldaten, wie es ſchien.Wäre es ſch nicht denkbar? fragte der Graf.Ganz unmöglich! rief Urbiſch. iu Bedenken Sie doch! Alte Soldaten, Jeder mit dem Kreuze geſchmückt, wi ſollten einen geſtürzten Kameraden berauben! Ganz unmöglich! dG Mein armer Ebert war in Ihren Augen nicht ſo ganz über jeden Ver⸗ dacht erhaben! ſagte Lauterbach.O das iſt ganz etwas Anderes! in erwiderte Urbiſch leichthin.Ich kannte ihn nicht, wußte nicht, was an re ihm war aber ſchämen müßte ich mich, einen ſo entehrenden Verdacht un auf alte Soldaten zu werfen. Der Graf hatte ſelbſt in jüngern Jahren 8 eine Zeitlang im Militärdienſt geſtanden, ehe er in die diplomatiſche Laufe la bahn übergegangen und dort zu einer hohen Stellung gelangt war; er m beſaß daher noch immer eine große Vorliebe für ſeinen frühern Stand, l 1 aber der Enthuſtasmus, mit welchem der junge Offizier ſelbſt die Mög⸗ u lichkeit beſtritt, daß eine alter Soldat ein Verbrechen begehen könne, d machte ihn lächeln. Er trennte ſich nun von Urbiſch, der noch einige d Entſchuldigungen über ſeine Gargonwirthſchaft ausſprach und nochmals für 1 die Erlaubniß dankte, bald ſeine Aufwartung in Lauterbach machen zu dürfen. 5 1 Als der Graf durch die Straßen des Städtchens nach ſeinem Abſteige⸗ quartier ſchritt, kam er in das luſtigſte Marktgewühl. Luſtigkeit, behaupten

moderne Ethiker, ſtirbt allmälig in der Welt aus und iſt eigentlich nur