Jahrgang 
3 (1864)
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Von Moritz Horſt. 475

Ihr ſeid eine Heilige, Corona, ſagte er,deßhalb würde ich auch keine Macht gehabt haben, wenn ich es ſelbſt verſucht hätte, was unterlaſſen zu haben Ihr mir dankt, und was mir nun nichts bedeutet, als daß ich das Glück verſäumt habe.

Sie ſchüttelte ſanft den Kopf.Ich bin eine einfache Frau, Herr, ſprach ſie,wie ich ein einfaches Mädchen war, aber dennoch fühle ich in meinem Herzen die Wahrheit deſſen, was ich nur ungeſchickt auszu⸗ drücken vermag: die Liebe, die ich für Euch empfand, blieb mein Glück, ſelbſt als ich Euch lange Zeit hindurch einer andern zu eigen denken mußte, und ich knüpfte keine Hoffnungen an Eure Freiheit, als ich erfuhr, daß alles anders gekommen. Ich dachte Eurer als eines Menſchen, der mir im Vorübergehen ein koſtbares Gut geſchenkt, das ihm nichts, mir das beſte Glück meines Lebens bedeutete, ich konnte Euch frei wiſſen, einer andern angehörend; ich konnte ohne Euch leben, aber nicht ohne meine Liebe für Euch. Sie blieb das Licht in meinem Leben, wenn auch die Entfernung mir Euren Anblick entzog, wie Wolken die Sonne. Ja ohne dieſe Liebe hätte ich nie Bernulli eine gute Frau werden können, nie meinem Kinde eine treue Mutter. Wenn er heftig, leidenſchaftlich, wie ich zuweilen glaubte, ungerecht war, und ich da geduldig zu bleiben ver⸗ rnochte, ohne Bitterkeit und Klage es hinnahm, daß mir das Schickſal nicht, wie Ihr einſt ſagtet, auch in dem Verlobten den Geliebten gegeben, da ſagte ich mir, daß ich für kein glückliches oder leidenſchaftliches Ge⸗ fühl jene Erinnerung eintauſchen, daß ich um kein Liebeswort jenen Gruß nicht gehört haben möchte:Gott grüße dich!

Ich bin keine unglückliche Frau und bin eine glückliche Mutter, Herr. Mein kleines Mädchen trägt den Namen, den ich einſt unter einem Briefe Eurer Mutter las, den Ihr damals eines Tages hier im Garten werlort, ſie heißt Margareth. Aber manchmal, und Gott mag mir dies mnicht zur Sünde anrechnen, da wünſchte ich mir, daß ich Euch einmal alles dies ſagen dürfte, geſtern noch, Herr, wo ich im ſündigen Flehen den Himmel darum angegangen, als ich hörte, daß Ihr gekommen. Ich ſah Euch auf dem Schiffe, dann zurückkommen, ich ging Euch entgegen; da kam jene ſchöne Frau mir zuvor, ſie flog die Treppe hinab Euch zu begrüßen, ich konnte und mußte jedes Wort verſtehen. Sie ſprach zu Euch wie ich es gewollt, erbeten, erſehnt hatte. Corona ſchwieg, ſie leegte die Hand über die Augen.Es war das Mädchen, das ich einſt jienen weißen Roſen verglichen hatte, Corona, ſagte Albrecht leiſe.