Jahrgang 
3 (1864)
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Von Moritz Horſt. 457

brecht theilnehmender.Er, gewiß, lautete die Antwort.Er hat eine ſchöne ſanfte, etwas ſtille Frau, ein liebes Kind, er verdient viel, iſt geſcheidt und verſteht ſeinen Vortheil zu wahren, ohne gerade Unrecht zu thun; er putzt die Frau und das Kind, wenn er ſie einmal, was ſelten genug geſchieht, ſehen läßt. Man weiß, daß Männer, die in ihrem Be⸗ ruf etwas rauh und polternd ſind, meiſt im Haus gegen Frau und Kin⸗ der ganz anders ſich benehmen, ſo iſt es bei ihm auch.

Albrecht folgte jetzt ſeinem Führer den ſteilen Weg, der zum Werfte führte, hinab, er überblickte noch einmal das hübſche Haus, den neuange⸗ legten, etwas ſchattenloſen, aber großen Garten.Das Haus, welches Corona Bernulli's Mutter bewohnte, war ſchöner, bemerkte er gegen

ſeinen Begleiter.Das würde Bernulli nicht finden. Er hat ſich einen Gärtner verſchrieben und faſt alle Einrichtungsſtücke aus England kommen laſſen, er iſt ganz englishman, bekanntlich für Männer der

bequemſte, für Frauen der langweiligſte Geſchmack; die Frau ſoll ſich in⸗ deß ſchon an ſeine pedantiſche Hausordnung gewöhnt haben.

Sie hatten jetzt das große Gatterthor, das in's Innere des Werftes führte, erreicht und traten ein. Der erſte, der ſeinen früheren Komman⸗ danten erkannte und mit ſtolzer Freude begrüßte, war der lange Marco, er führte den Ehrengaſt ſogleich zu ſeinem Schwager,der drüben auf dem Schiffe iſt, erklärte er.Sie werden uns vielleicht die Ehre er⸗ zeigen, es zu beſichtigen, fügte er hinzu.

Eine Art Treppe führte hinauf, eigentlich ein ſchräg gelegter Bretter⸗ weg. Albrecht ließ ſich von dem in Stolz und Glück ſtrahlenden Marco alles erklären und betrat dann das Verdeck. Der innere Ausbau des Schiffes war, was den Holzbau betraf, vollendet. Das Eiſenwerk ſollte mit der Maſchine in dem techniſchen Etabliſſement der Landeshauptſtadt eingeſetzt werden. Dennoch hatte Bernulli ſeine Gäſte in die unteren Räume geführt und ihnen wenigſtens gezeigt, was alles noch fehle. Al⸗ brecht ſtieg raſch die Leiter hinab, er hörte Bernulli's Erklärung, zwei elegant gekleidete Damen ſtanden neben dem Schiffsbauer, einem breit⸗ ſchulterigen, ſonnengebräunten Manne, mit ächt ſlaviſchem, nicht eben ſchönem, aber ausdrucksvollem Geſicht, dem die lebhaften ſchwarzen, blitzen⸗ den Augen und das krauſe nachtſchwarze Haar den Ausdruck von Intel⸗ ligenz und Energie verliehen; er war ein Mann, der ungefähr ſo aus⸗ ſah, wie der Hafenkapitän ihn geſchildert. Er wandte ſich raſch um und begrüßte den Vertreter des Marinekommando's mit großer Ehrerbietungz