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Von Moritz Horſt. 451 nicht, Catin?“— Die Augen der Generalin funkelten, das langerſehnte, ſchmerzlich erhoffte Wort, mit dem Oskar Zehſen ſo unbegreiflich lange gezögert, war endlich geſprochen.—„Catin hat Recht,“ ſagte ſie,„für eine Braut ziemt es ſich nachzugeben, als Frau—!“— Sie lachte.— „Als Frau wird Catin thun und laſſen können, was ſie will, das weiß ſte,“ ſagte Oskar lebhaft.—„Bravo, das nenne ich geſprochen, wie die Damen es zu hören lieben,“ lachte Baron Achaz,„nun Kathi, was ſagſt du dazu— ſollte man den da nicht zu Pulver verbrennen und uns andern allen davon eingeben, damit wir auch ſo brav würden?“
Die Generalin ſtand auf.„Laß die abgebrauchten Scherze, Achaz,“ ſagte ſie,„und ihr, meine lieben Kinder, nehmt meinen herzlichſten Glück⸗
wunſch— ihr erfüllt mir einen Wunſch, den ich ſeit Jahren ſtets heim⸗
lich gehegt— und der nun, wo er ſich erfüllt, mir faſt—.“— Die Generalin weinte, ſie war wirklich gerührt und mehr noch, ſie wurde
durch Zehſens endliche Erklärung von einer immer drückender gewordenen Sorge befreit. Die Tochter war reich und glänzend verſorgt, wie ſie es
nur wünſchen konnte, der Schwiegerſohn an ihre Herrſchaft gewöhnt und
in ihre Hand gegeben— ſie konnte freien Blickes in die Zukunft ſehen, und auch Baron Achaz erhielt, ſeit ſeiner rückgängig gewordenen Ver⸗
lobung mit der reichen Hammerwerksbeſitzers⸗Tochter den erſten freund⸗ lichen Blick von ſeiner Mutter.
„Aber, chère maman— lieber Oskar—,“ ſagte Katharine tödt⸗ lich erblaßt,„das alles kommt mir ſo ſchnell! Oskar, du mußt—.“—
Die Mutter unterbrach ſie.„Mädchenausflüchte, lieber Oskar! Achaz
rufe den Vater! Catin, ſei mein verſtändiges Mädchen, dergleichen Ziere⸗ reien ſind aus der Mode!“ Die Generalin ſprach haſtig und unruhig, ſie nahm der Tochter Kopf zwiſchen die Hände und küßte ihre Stirn, dabei flüſterte ſie ihr einige Worte in's Ohr, die Katharine noch tödt⸗ licher erbleichen ließen, ſie blickte erſchrocken von dem Bruder auf die Mutter und überließ dabei Zehſen ihre Hand.„Da kommt der Vater,“ rief Achaz.—„Ruf' ihn, Oskar,“ befahl die Generalin.
„Achaz, iſt's wahr?“ ſagte Katharine angſtvoll und erhob die ge⸗ falteten Hände zu dem Bruder, der ſtumm die Achſeln zuckte;„o Mama, wie konnteſt du—.“—„Ich frage dich, ob du es über's Herz bringen kannſt, den Frieden zwiſchen den Eltern, den guten Namen deiner Brüder zu zerſtören,“ ſagte die Generalin, und als Katharine die Hand über die 29*


