Jahrgang 
3 (1864)
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52 Das Geheimniß des Advokaten.

Antwort des Liebhabers, und ich hoffte noch immer, den S chatz meines Herzens zu erringen. Die Bedingungen in dem Teſtament Ihres Onkels ſollten Ihnen erſt beim Antritt Ihrer Volljährigkeit eröffnet werden. Sie waren zur Zeit ſeines Todes kaum zwanzig alt; alſo noch ein ganzes Jahr ſollte Ihnen die Kunde von dem Preis, mit welchem Sie das reiche Erbe zu erkaufen hatten, vorenthalten bleiben. In der Zwiſchenzeit hatte ich(Sie ſehen, Ihr Onkel ſchenkte mir ſein unbedingtes Vertrauen) die Verwaltung des ganzen von John Arden zu Arden hinterlaſſenen Ver⸗ mögens zu beſorgen. Ich habe Ihnen ſchon geſagt, Lenor, daß ich ein Spekulant war. Mein Beruf bot dazu ſo viele Verlockungen. Voll Vertrauen auf mein Urtheil verſuchte ich mein Glück in den Wagniſſen des Jahres 1846. Ich verdoppelte, verdreifachte, vervierfältigte mein Vermögen, und nachdem ich es ſo weit gebracht hatte, ſetzte ich das Ganze auf's neue ein. Es befand ſich jetzt außer meiner Hand, war aber, wie ich meinte, in einer ſo ſicheren Spekulation angelegt, als ſtände es bei meinem Banquier. Die Eiſenbahngeſellſchaft, deren Direktion ich führte, war eine der reichſten und blühendſten in England. Mein eigenes Ver⸗ mögen ſtack, wie ich bereits ſagte, in dem Unternehmen und verdoppelte ſich ſchnell. Als der Bevollmächtigte Ihres Onkels und Ihr treuer Freund hielt ich Ihre Intereſſen werther, als meine eigenen. Warum ſollte ich nicht auch mit Ihrem Vermögen ſpekuliren, es verdoppeln und dann zu Ihnen ſagen:Sehen Sie, Lenor, hier ſind zwei Vermögen, über die Sie zu gebieten haben; eines davon ſchulden Sie nach den Bedingungen in dem Teſtament Ihres Onkels deſſen Adoptivſohn Henry Dalton, über das andere können Sie frei verfügen. Sie ſind reich und nun in der Lage, ohne ein Opfer den Mann zu heirathen, den Sie lieben. Dies iſt mein Werk, Lenor. So hoffte ich zu Ihnen ſagen zu können am Schluß des großen Spekulationsjahres 1846.

Ach, Horace, Horace, ich ſehe jetzt alles. Schonen Sie ſich, ſchonen Sie mich. Sagen Sie mir nichts weiter.Mich ſchonen? Nein, Lenor, kein Schmerz ſoll mir erſpart bleiben. Wie viele Herzſtiche es auch ſein mögen, ich habe ſie alle wohl verdient. Sie hatten Recht mit dem, was Sie in dem Boudoir des Sir Lionel ſagten. Das Geld war nicht mein Eigenthum; keine Sophiſtik, kein ſinnreiches Ziehen der That⸗ ſachen, keine auch noch ſo künſtliche Schlußſolgerung konnte es dazu machen. Wie kann ich überhaupt jetzt wiſſen, ob Ihr Intereſſe wirklich das einzige