476 Zur Lecture.
keine Rede ſein, uns ſtehen zu dieſen Beſprechungen keine Bogen, ſondern nur Seiten zu Gebot. Der Verfaſſer hat ſich vorgeſetzt, die Leſer auch in ſeine Quellen blicken zu laſſen und ihnen die hauptſächlichſten Urtheile der Litterarhiſtoriker vorzulegen. Hier, fürchten wir faſt, hat er des Guten ein wenig zu viel gethan. Das Buch erhält durch dieſe zahlreichen, zum Theil höchſt ausführlichen Citate nicht allein ein einigermaßen buntſcheckiges Anſehen, ſondern es werden auch einem Leſer, der ſich in dieſen Stoff erſt hineinarbeiten will, das Verſtändniß des Rechten und das Endurtheil nicht wenig erſchwert, zumal die eigene Darſtellung und das eigene Ur⸗ theil des Verfaſſers durch dieſe Citate nicht ſelten ſo zerſtückelt, ja ver⸗ ſteckt werden, daß ſelbſt jemand, dem dieſer Stoff bekannt und geläufig, Mühe hat ſich zurecht zu finden. Daß man mit der Auffaſſung, Ent⸗ wickelung und Beurtheilung des Verfaſſers nicht überall einverſtanden ſein kann, werden auch noch Andere als wir hervorzuheben haben. Doch wie wäre das bei einem Buch wie das vorliegende jemals anders zu erwarten, geſchweige denn zu verlangen!
Als Zugabe erhalten wir ein— Portrait Schillers, das der Berliner Kupferſtecher Bolt bei Schillers Anweſenheit in Berlin, 1804, gezeichnet haben ſoll. Daß der Zeichner Bolt geweſen, ſteht feſt, daß aber der Ge⸗ zeichnete Schiller, davon hat uns die fleißige und gewiſſenhafte Ausfüh⸗ rung des Verfaſſers, Beilage I., nicht zu überzeugen vermocht. Wir geben gern zu, daß ein Bild aus dieſem vorletzten Lebensjahre Schillers für alle ſeine Verehrer vom höchſten Werth ſein müßte, allein— ultra posse nemo obligatur! Weder wir ſelbſt, noch alle Anderen, denen wir das Bildchen mit Verdeckung der Unterſchrift vorhielten, waren im Stande, bei dieſem Kopfe auf Schiller zu rathen. Grade die auch vom Verfaſſer angeführte Todtenmaske ſcheint uns gegen das vorliegende Bild auf das unwiderleglichſte zu ſprechen.
Indem wir nach dieſen Büchern zu den folgenden übergehen, gelangen wir zu denjenigen, welche wir bei der heutigen Ueberſchrift unſeres Arti⸗ kels„Alles Mögliche“ beſonders im Sinn hatten. Wir ſollten freilich hinzuſetzen:„und Unmögliche“. Denn zwiſchen den Stößen, die ſich auf unſeren Tiſchen zuſammenfinden, ſtoßen wir auf Dinge, von deren Mög⸗ lichkeit ſich bisher weder unſere Philoſophie, noch unſere Phantaſie etwas träumen ließ, und von denen wir im Ganzen wirklich nichts anderes ſagen
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