Jahrgang 
1 (1864)
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466 Bilder aus dem Leben Blüchers.

eine Friedensbotſchaft nach Paris geſandt wurde. Als aber Blücher hörte, daß man Frankreich ſeinenatürlichen Grenzen, den Rhein, die Alpen und die Pyrenäen laſſen wolle und von einemAngriff auf Napoleons Dynaſtie vollſtändig abſehe, wurde er ganz wüthend, ſprach von Schuf⸗ ten, die den Galgen verdienen, von Verräthern, die ihm dies und das thun könnten, und verſchonte mit ſeinen zürnenden Donnerworten keinen Ort, keine Perſönlichkeit. Jetzt, nachdem Napoleon in zwei Feldzügen die größten Heere verloren hatte, und Frankreich kaum mehr im Stande war, ihm ein neues außzuſtellen, jetzt, wo es nur noch einen raſchen An⸗ lauf, einen kräftigen Ruck bedurfte, um das wankende Gebäude des fran⸗ zöſiſchen Cäſars über den Haufen zu ſtürzen und die Fahnen der Ver⸗ bündeten in Paris aufzupflanzen, jetzt ſolche Anerbietungen, wodurch Napoleon das linke Rheinufer und Belgien, alſo die Beute von Campo Formio und Lüneville behielt, Frankreich mächtiger und gefürchteter aus den Kriegen hervorging, als es eigentlich je war, es war kein Wun⸗ der, wenn bei dieſen diplomatiſchen Kopfloſigkeiten das Blücher'ſche Haupt⸗ quartier in Feuer und Flamme gerieth. Dort ſuchte man die natürlichen Grenzen Frankreichs anderswo als am Rhein, nannte die Vogeſen und Ardennen, ſprach von Elſaß und Lothringen, und war überzeugt, daß zu einem dauernden Frieden nicht Frankreichs, ſondern Deutſchlands Größe nothwendig ſei, daß Frankreich, in einer ſo ungeheuren Ausdehnung und unter Napoleons Militärdespotie gelaſſen, noch öfters ſeine verzehrende Lava über Deutſchlands Städte und Dörfer ausgießen werde. Arndts Schrift über den Rhein alsDeutſchlands Strom, nicht Deutſchlands Grenze, die eben um jene Zeit erſchien, hatte manchem die Augen geöff⸗ net und den Geſichtskreis der deutſchen Nation um ein merkliches erweitert. Freilich wollte Metternich gerade von dieſem nichts wiſſen, nannte Deutſch⸗ land einen geographiſchen Begriff, eine geographiſche Redeweiſe und wies die Bezeichnung dieſes Krieges als eines deutſchen Volkskrieges mit der Bemerkung zurück, daß ihm eine ſolche Bezeichnungvollkommen unver⸗ ſtändlich ſei. Mit einer ſolchen Staatsweisheit waren natürlich die rhein⸗ bündiſchen Fürſten ſehr einverſtanden, und ihre Offtziere ſtolzirten mit den Inſignien der Ehrenlegion in den Straßen und in den Salons herum.

Auch Bernadotte, der ſein Hauptquartier in Hannover hatte und ſich zum Sprung auf die norwegiſche Beute anſchickte, glaubte ſeine Orakel⸗ ſprüche den rathloſen Diplomaten nicht vorenthalten zu dürfen. Er wider⸗