nkt, kaufe
fferte nann be er eigen
und für eben,
. Von Ernſt Fritze. 109
und da er von Natur wortkarg war, ſo koſtete ihm dies keine Mühe und gelang ohne große Selbſtbeherrſchung. Den beiden Herren ſchien jedoch dieſe kalte Zurückhaltung nicht zu behagen. Mindeſtens verſuchte der Baron von nun an durch ſchmeichelhafte Bemerkungen einen günſtigen Eindruck zu erzielen, und Herr Wappler ſpielte den luſtigen Geſellſchafter. Amtmann Gerold kehrte indeß ſeine granitfeſte Natur heraus und blieb rauh, kurz und finſter.
„Wenn es den Herren recht iſt, ſo benutzen wir die Zwiſchenzeit vom Frühſtück bis zum Mittagsbrod, um eine gründliche Rundſchau auf dem Hofe zu halten,“ ſagte er plötzlich aufſtehend.— Der Baron zog ver⸗ drießlich die Achſeln.„Es iſt rauh und kalt draußen,“ ſagte er ſehr ſanft.„Mir würde Ihr Wort genügen, wenn Sie darauf eingingen, mir ſofort nach Abſchluß des Contractes Eigenthumsrechte zu bewilligen. Daß es, nach Ihren veralteten Begriffen von Recht und Bllligkeit, nicht Mode iſt, ein Gut auf dieſe Manier zu verkaufen, thut ja gar nichts zur Sache, lieber Amtmann. Sie werden bald einſehen, daß es nicht unſer, ſondern Ihr Vortheil iſt, den ich dabei im Auge habe.“
„Jawoll, jawoll!“ eiferte Wappler.„Laſſen Sie heut Nacht eine
Seuche ausbrechen, die Ihren Schafſtall räumt— was geht es Sie an — die Schafe ſind geſund verkauft und wir— das heißt— der Baron als Eigenthümer und ich als Agent— müſſen den Schaden verſchmerzen.
Sehen Sie denn nicht ein, daß wir nur aus Liebe zu Ihnen dieſe Klauſel gemacht haben? Herr Gott, wie eigenſinnig Sie ſind!“ Der Ton, wo⸗ mit er dies ſagte, klang als hätte er ſtatt„eigenſinnig“„dumm“ ſetzen mögen. Der Amtmann fühlte dies ſehr gut, aber noch ſtemmte ſich ſetne Vorliebe für alte Gebräuche, gegen eine Neuerung, die ihm zwar nach und nach practiſch erſchien, jedoch unvereinbar mit ſeinen Grundſätzen. In die Welt hinein laufen und kaufen oder verkaufen— ein wohl einge— richtetes Hausweſen, wie einen Sack Erbſen losſchlagen und blind in's Blaue hinein tappen, das widerſprach dem alten Herkommen, und er war nahe daran den ganzen Handel zurückgehen zu laſſen, ſo ungern er auch ſonſt ſein Wort änderte.
Da ſagte der Baron mit dem Tone leichter Trauer:„Es würde mir leid thun, wenn mein Plan auf Gisfelde ſcheitern ſollte. Das Glück meiner Zukunſt hängt davon ab. Gewiſſe Familienverhältniſſe machen es wünſchenswerth, daß ich ſogleich als Beſitzer eines Rittergutes auftreten muß— eine reiche, ſchöne Braut würde mir verloren gehen— und daß
* * *
4


