Jahrgang 
1 (1864)
Einzelbild herunterladen

108 Fortſchritte der Zeit.

handen wäre, wie wir es gekauft haben?“—„Mein Chrenwort wäre Ihnen Garantie— das Chrenwort eines ehrlichen Mannes, antwortete der Amtmann mit ſtolzer Entrüſtung.—„Jawoll— Herr Amtmann, jawoll!“ plauderte Wappler heraus.„Aber wer kann denn für das ſtehen, was hinter dem Rücken des ehrlichen Mannes weggeſchleppt wird?“ —„Denken Sie doch, Herr Amtmann, was für Verantwortungen Sie da übernehmen würden,“ wendete der Baron noch ſanfter ſprechend ein. „Und dann? Die Verzögerung der Beſitznahme wäre ja eine Ungerech⸗ tigkeit gegen uns.“—„Jawoll, jawoll!“ eiferte Herr Wappler.„Raſch handeln gehört zum Fortſchritt der Zeit.“—„Und was gibt mir die Garantie für die drei Wechſel, deren Zahlung ich erſt allmälig zu'erwar⸗ ten habe, wenn das Gut ſchon außer meinem Beſitze iſt?“ fragte der Amtmann herbe.—„Herr Gott— gerade Ihr Gut gibt Ihnen ja die Garantie!“ erwiderte der Baron ſehr phlegmatiſch, die Arme in einander ſchlingend und den rechten Fuß auf dem linken balancirend. Wappler nickte bloß zuſichernd mit dem Kopfe.—„Mein Gut?“ wiederholte der Amtmann einigermaßen verblüfft.

„Nun ja,“ lächelte huldvoll der Baron.„Sie verkaufen mir das Gut zwar, aber kommt es deßhalb aus der Welt? Es bleibt Ihnen im⸗ mer als Pfand übrig. Wir kaufen es zwar von Ihnen, halten wir aber die Zahlungsfriſten nicht inne, nun ſo klagen Sie und der Werth des Gutes deckt hinlänglich unſere Schuld.“— Der Amtmann ſah ihn ſtarr und zerſtreut an. Es war, als wenn er ſich der Dummheit ſchäme, die ihn eben veranlaſſen wollte, zu ſagen: Das verſtehe ich nicht.„Aus dieſer Antwort ſchließe ich, daß nicht Sie allein, ſondern mehrere kaufen,“ ſprach er abſpringend.—„J man nicht!“ ſagte Wappler eilig.—„Sie ſagten„wir kaufen“, alſo muß ich bitten, bevor wir weiter verhandeln, daß Sie mir den nennen, der mit Ihnen zuſammen zu kaufen gedenkt,“ fiel Gerold barſch und grob ein.—„Entſchuldigen Sie— ich kaufe allein und bezahle allein,“ antwortete der Baron gütig.

„Im Plural reden iſt jetzt Mode, lieber Herr Amtmann,“ eiferte Wappler.„Das gehört zu den Fortſchritten der Zeit.“ Der Amtmann ſah ihn groß an. Ihm war nachgerade zu Sinne geworden, als habe er zu wenig Verſtand für dieſe Beiden. Der Baron ſah immer ſo eigen über die Naſe hinweg, als bedauere er ihn wegen ſeiner Einfalt und Herr Wappler imponirte ihm durch ſeine Impertinenz. Er hielt es für's beſte, ſich ſo kurz wie möglich zu faſſen, um ſich keine Blößen zu geben,

und

gelan dieſe Barm Eind Amt

rauk

Fri Ho drie ſanf mir da

M