Jahrgang 
1 (1864)
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fFortſchritte der Zeit.

Novelle von

Ernſt Fritze.

Erſtes Kapitel. Vier Speculanten.

In dem Gaſtzimmer eines Bierhauſes ſaßen an einem Märztage einzelne Gruppen Männer, von verſchiedenartiger Bildung, eifrig mit dem Leſen der Zeitungen beſchäftigt. Die Tagesereigniſſe nahmen jedermanns Intereſſe gefangen, deßhalb wurde eine weit größere Genauigkeit beim Studiren der Leitartikel angewendet, als früher. Es war noch nicht die gewöhnliche Verſammlungsſtunde der ſogenannten Stammgäſte und die Männer, welche ſchon jetzt vor ihren Seideln ſaßen, hatten ganz augen⸗ ſcheinlich die frühe Stunde gewählt um ungeſtört ihre Lecture zu been⸗ digen, ehe ſich das ſehr beſuchte Lokal zu füllen pflegte. Vorn am Fenſter, mit dem Rücken gegen dasſelbe gelehnt, ſaß ein Mann, häßlich wie die Nacht, deſſen nicht ganz ſaubere Kleidung, ſowie der Reiſepelz, der neben ihm lag, den Reiſenden verrieth. Er ſchien weitſichtig zu ſein, denn er hielt das Zeitungsblatt eine Elle weit von ſeinen Augen ent⸗ fernt und laß ſehr langſam und bedächtig. Graues Haar hing lang und ſtruppig um ſeine merkwürdig ſchmale und niedrige Stirn und die Stop⸗ peln eines ſehr vernachläſſigten Bartes gereichten ſeinem unregelmäßigen Geſichte keineswegs zur Zier. Er benutzte den letzten Tagesſchimmer zum Leſen und warf nur von Zeit zu Zeit einen Blick auf die übrigen Gäſte des Lokales.

Nicht weit von dieſem Manne hatten zwei Herren Platz genommen,

Hausblätter. 1864. I. Bd. 6