Jahrgang 
1 (1864)
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48 Memoiren eines alten Gaſtwirths.

bürſtete er den Staub von ſeiner Kleidung, kramte ein wenig in der Ge⸗ gend der Kommode, was ich nicht ſehen konnte, während ich jedoch deut⸗ lich Geld klappern hörte, nahm Hut und Mantel und verließ pfeifend das Gemach.

Aber mein ſeliger Vater hatte, ohne daß wir davon erfuhren, längſt dafür geſorgt, daß er keinen Schritt unbeobachtet thun konnte. In der ſtillen Stunde nach Tiſch kam Agnes und berichtete, daß er bei ihrer Dame geweſen und daß ſie die Beiden behorcht habe, wie der Alte ihr aufgetragen. Jetzt ſei er wieder drüben und trinke Kaffee mit der Fa⸗ milie. Am Morgen aber habe er vor der Frau viel Geld aufgezählt und dazu geſagt, es ſei ihm ſchwer genug geworden, das Ding ohne Aufſehen zu verſilbern.Ach Gott, es iſt ganz auseinander gebrochen? hatte die Dame gefragt.Schade, ſchade! Wie ſchön es war! Ich hätte es für mein Leben gern ſelber behalten! Nun aber, Arthur haſt du das Collier von Topaſen geſehen? Es iſt nichts Bedeutendes, aber hübſch. Das mußt du mir verſchaffen!Nicht doch, Cäcilie, hatte er geantwortet,ſeien wir vorſichtig und begnügen uns mit dem Gelde. Es ſind immerhin zwölf- bis fünfzehnhundert Thaler dem Ge⸗ wicht nach. Sie aber beſtand auf dem Schmuckund wenn ich ihn auch nicht tragen, ſondern ihn nur von Zeit zu Zeit beſehen darf, er iſt zu apart! hatte ſie hinzugeſetzt.

Und genug, ſie hatte ſeinen Widerſtand überwunden wie? das gehört nicht hieher, aber Agnes hatte bei dem Bericht ich war nicht dabei, erfuhr indeſſen alles von der Mutter purpurroth geſagt, ſie habe ſich, da es ſo weit gekommen, fortgemacht, möge auch ihrer Frau nicht wieder vor die Augen kommen und bleibe keine Stunde länger in

dem Hauſe.Das ſollſt du auch nicht, Kind, verſetzte die Mutter entrüſtet, aber mein ſeliger Vater hatte hinzugefügt:ein paar Tage mußt du noch aushalten dann kommſt du zu uns. Wir müſſen ſie

Beide haben und können's nur mit deiner Hülfe.

Nun, Herr Wilhelmi, fragte der Alte den Fabrikanten, als der⸗ ſelbe Abends, von Heſſenberg zurückgekehrt, ſich umgekleidet hatte und in der Gaſtſtube beim Abendeſſen ſaß,wie ſieht's aus? Iſt der Schrank ſicher geweſen?Mann, ſeid doch nicht wunderlich, entgegnete Wilhelmi lachend.Laßt das Ding einmal ruhen. Ihr werdet den Dieb doch nicht im Hauſe behalten haben.Ja, was, ſagte der