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Von Edmund Hoefer.
ſtürzt ich auch zuerſt über ſeinen Anblick geweſen, mit möglichſter Höf⸗ lichkeit, mir drei Schritt vom Leibe zu bleiben, ich liebe ſeine Berüh⸗ rungen nicht. Mein Vater ſchnitt mir ein Geſicht zu, aber der ſaubere Herr meinte lachend:„alſo Feindſchaft zwiſchen uns, Gottfriedchen? Hab' ich doch gar nicht geahnt, daß Ihr ein ſo rachſüchtiges Gemüth hättet! Na, laßt's gut ſein, Papa Kronberg, wir werden ſchon wieder gute Freunde werden.“
Ich nahm mich zuſammen, ſo gut es gehen wollte, ja begleitete den ſchlimmen Menſchen mit dem Licht— es war bereits dunkel— treppauf nach Nummer Neun, wie es der ſelige Vater befohlen hatte, während dieſer ſelbſt mit dem Fabrikanten hinauf nach Nummer Eins ſtieg— ich konnte mir ſchon denken, wozu. Als wir Beide droben in das Zimmer traten, merkte ich, daß der Geſell einen raſchen, ſcheuen Blick auf den Fußboden beim Sopha und Kleiderſtänder warf, ihn jedoch ſogleich augen⸗ ſcheinlich befriedigt wieder ab und auf mich wandte. Denn es war, wie ſchon geſagt, alles in die alte Verfaſſung zurückverſetzt— er durfte un⸗ genirt wieder ſtehlen. Und da ſprach der freche Burſche zu mir:„iſt das wahr, Gottfriedchen, daß man dem Herrn Roman im Sommer hier einen Schmuck geſtohlen? Ich las eine ſolche Bekanntmachung. Hat man gar keinen Verdacht? Wie iſt es nur möglich, daß ſo etwas hier in eurem Hauſe paſſiren konnte? Ich habe nirgends ſolche Ordnung gefunden.“ —„Ja,“ ſagte ich,„der gnädige Herr können ſich's wohl denken, wie uns die Geſchichte beſtürzt und betrübt hat. Wir haben keine Ahnung von dem Thäter und ſo viel wir wiſſen, iſt Herr Roman noch nicht zu ſeinem Eigenthum oder auch nur auf die Spur desſelben gekommen. Er hat freilich ſeither nichts mehr von ſich hören laſſen.“ Ich machte dazu ein ſo dummes und betrübtes Geſicht, wie ich's nur vermochte. Er hielt mich für dumm, das wußte ich wohl. Aber grade das wollte ich ihm heimbringen, und es gelang mir, denn er ſah außerordentlich zufrieden aus, trotz ſeiner geheuchelten Theilnahme.
Auch gegen meinen Vater gedachte er des Diebſtahls und fügte hin⸗ zu, es verſtände ſich von ſelbſt, daß der Fabrikant nichts davon erfahre. „Das ſehe ich nicht ein,“ erwiderte der Alte aber ſeelenruhig.„Ich hab's ihm ſogar ſelber geſagt, ihm aber auch das Verſprechen gegeben, daß niemand in ſein Zimmer kommen werde. Der Schlüſſel zum Schrank iſt umgearbeitet, Herr von Hohneck.“—„Denket Ihr denn an einen Nach⸗


