Jahrgang 
1 (1864)
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24 Memeiren eines alten Gaſtwirths.

umarbeiten laſſen ſie war eine gute Kundſchaft und es wurde prompt bezahlt. Seit drei Jahren aber hat ſich's aufgeſummt, hat man uns ver⸗ tröſtet und vertröſtet, und nun hat ſie obendrein einen neuen Perlen⸗ ſchmuck für die Tochter?Die iſt da, ſagte der Alte, die in den letzten Worten liegende Frage beantwortend.

Nun, grade heraus, das machte uns ein wenig bedenklich, redete der Gaſt weiter,und da der Umweg nicht zu groß und ich auch ſonſt noch hier Geſchäfte habe, ſo beſchloſſen mein Compagnon und ich, daß ich mich vorerſt einmal perſönlich von den Verhältniſſen unterrichten und wenigſtens die alte Schuld herauszuſchlagen verſuchen ſollte. Offen ge⸗ ſtanden, möchten wir die Kundſchaft nicht gern verlieren. Wir haben in Deutſchland wenige ſolche Beſteller und wie bis vor drei Jahren Zahler. Und überdies hat ſie uns ſchon mehr als einen weiteren Kun⸗ den zugeführt.Hier in der Gegend? fragte mein ſeliger Vater neugierig.Ei?Ein Herr von Heſſenberg zum(Beiſpiel. Muß hier in der Nähe wohnen. Kennt Ihr ihn?Der iſt Ihnen ſicher genug, verſetzte der Alte, nes iſt unſer reichſter Grundbeſitzer und ein braver Herr. Er ſteuert, glaub' ich, die älteſte Tochter aus.Mög⸗ lich, erwiderte Herr Roman.Er wollte einen ſehr werthvollen ganzen Schmuck, und zwar einige zur Auswahl. Wir haben neuerdings bei ſolchen Sendungen unangenehme Verluſte gehabt, ganz abgeſehen davon, daß hier der Werth ein ſehr bedeutender. Da bringe ich ſie lieber ſelbſt. Alſo er iſt gut?Mehr als das, entgegnete der Vater beſtimmt. Wenn ich's hätte, und er es brauchte, legte ich morgen hunderttauſend Gulden bei ihm an. Wollte Gott, man hätte mehrere ſolche Stellen, wo man ſein bischen übriges Geld unterbringen könnte.

Der Fremde war mit dieſer Auskunft wohl zufrieden. Er erkun⸗ digte ſich dann noch nach einem Goldſchmied oder Juwelier, dem man eine etwa erwünſchte kleine Veränderung in den Schmuckſachen anver⸗ trauen könne, und fragte, als ihm auch darauf zu ſeiner Zufriedenheit Antwort geworden, nach der Sicherheit unſeres Hauſes und ſeines Zim⸗ mers.Wir ſind hier unter uns, ſprach er gedämpft,denn der junge Menſch dort iſt ja Euer Sohn, und ſo darf ich's wohl ſagen, daß ich außer den verſchiedenen Schmuckſtücken noch ziemlich viele und werthvolle Steine bei mir habe, die ich anzukaufen Gelegenheit fand. Natürlich kann und will ich das alles nicht immer mit mir herumführ en. Alſo,

ym