Jahrgang 
1 (1864)
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Von Edmund Hoefer. 25

Herr Wirth? Mein ſeliger Vater antwortete das Gewöhnliche: wolle er ganz ſicher gehen, ſo ſolle er es ihm anvertrauen, wo er denn für die Sicherheit bürge. Bei gewöhnlichen Ausgängen in die Stadt könne er es indeſſen ruhig in ſeinem Zimmer und dem großen Wand⸗ ſchrank laſſen.Hängt Ihr Stubenſchlüſſel dort am Brett, fügte er hinzu,und nehmen Sie den Schrankſchlüſſel mit ſich, ſo hat es keine Gefahr. Die Schlöſſer ſind gut und zweite Schlüſſel exiſtiren nicht. An einen Einbruch bei hellem Tage iſt aber nicht zu denken. Dabei blieb's denn und der Gaſt zog ſich bald hernach auf ſein Zimmer zurück.

Herr Roman blieb alſo bei uns, die Bedingungen convenirten ihm und ſein Weſen behagte uns. Er gab ſich als ein artiger, ruhiger und leicht zu befriedigender Mann, der auch allen gewöhnlichen Beſuchern unſeres Hauſes bald ſo gut gefiel, wie uns. Er ging ſeinen Geſchäften nach und ſchloß das mit dem Herrn von Heſſenberg zu ſeiner vollſten Zufriedenheit ab. Doch war, wie er es für möglich gehalten, eine Ver⸗ änderung an dem gewählten Schmuck beliebt worden, und da er ſelber eigentlich Goldſchmied war und obendrein in dem ihm von meinem Vater empfohlenen Collegen einen alten Bekannten und Lehrgenoſſen entdeckt hatte, ſo beſorgte er die Kleinigkeit in deſſen Werkſtatt. Grund zum Verweilen hatte er ohnehin, theils weil er bei jenem Gutsbeſitzer einen Nachbar kennen ge⸗ lernt, der zu einem anderen Schmucke Luſt zeigte, aber noch nicht einig mit ihm werden konnte, theils jedoch auch der Hilling'ſchen Angelegenheit wegen, welche nicht ganz ſo glatt ablief.

Der Steuerrath war aus den Wolken gefallen und wußte gar nichts von dieſer Schuld, während Frau von Hilling erklärte, das ſei ihre Sache und ſie beſtreite dieſe Ausgaben aus ihrem Vermögen.Sie hat ſich von freien Stücken erboten, die alte Schuld in vierzehn Tagen zu berichtigen, hatte Herr Roman zu meinem Vater darüber geſagt,will aber für die Perlen einen Aufſchub von einem Jahr. Ich will die vierzehn Tage ab⸗ warten. Hält ſie ihr Verſprechen, ſo mag das andere ſein; hält ſie es nicht, ſo ſollte es mir um die Kundſchaft und auch um die Dame ſelber leid thun, hatte er achſelzuckend hinzugefügt;es iſt eine luſtige, hübſche Frau, vor der man ſeinen Kopf bei einander halten darf, aber grade wie ich's da im Hauſe gefunden, warte ich nicht länger. Es ſcheint mir eine wunderliche Wirthſchaft zu ſein, aus der ich wenigſtens nicht klug werde. Das verdenke ich Ihnen ganz und gar nicht, war meines Vaters