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war fertig . denn
Von Edmund Hoefer. 19
gar nicht ſelten einmal zu uns herübergeſprungen, um nach uns zu ſchauen
und, wo es noth that, auch raſch wohl ein wenig mit anzugreifen. Denn
ſie hatte ein dankbares Herz und war dabei ein ſehr thätiges Dingelchen, welches keinen Anderen arbeiten ſehen konnte, ohne gleichfalls mit Hand anzulegen. Außer daß ſie aber meinen Eltern von ihrer Herrſchaft und ihrem Ergehen dort im Hauſe zuweilen Bericht abſtattete, ließ ſie ſich auf keine Mittheilungen, was man ſo die rechten Klatſchereien heißt, ein, bekümmerte ſich augenſcheinlich um nichts, was ſie nicht direct anging, vertrat aber bei Gelegenheit ihre Dame bis auf's äußerſte und wollte, um das anzuführen, nie etwas bemerkt haben, was nicht ganz unſchuldig und vollkommen in der Art eines ſolchen vornehmen Hauſes. Sie ſelber war ein luſtig Ding und fand es ganz natürlich, daß auch andere nicht die Köpfe hängen ließen.
Von mir hab' ich nun noch gar nichts geſagt, wie wir Beide mit einander geſtanden. Daß mir ihre Figur und ihr Weſen in die Augen geſtochen, hab' ich ſchon von vorneherein bekannt, und ich wüßte nicht, warum ich leugnen ſollte, daß es damit auch hinfüro nicht anders oder ſchwä⸗ cher geworden, vielmehr eher noch zugenommen. Sie hatte es unſerem ganzen Hauſe angethan, die Line, die neidiſche Kröte ausgenommen, und mir nicht zum wenigſten. Ich kannte freilich im Grunde wenig Frauen⸗ zimmer, denn trotz aller Gelegenheit und Verführung in der großen Re⸗ ſidenz, hatt' ich mich immer reputirlich gehalten und an Liebeleien oder noch Schlechterem nie Geſchmack gefunden. Daheim war es nicht anders, ganz zu geſchweigen, daß die Alten ſolche Abwege bald geſpürt und mir ſicherlich verlegt haben würden. Und ſo iſt es gekommen, daß die Agnes das erſte reputirliche und ſo zu ſagen, ſtandesgemäße Frauenzimmer war, das mir außer den Verwandten und den Freundinnen meiner Schweſter, der Altermann Löllhardt, für längere Zeit in den Weg gekommen.
Weiter aber war's bisher auch noch nichts. Sie war faſt vierzehn Tage lang bei uns im Hauſe geblieben wie eine Tochter, könnte man's heißen; ſie lebte in der Zeit mit uns ſo nahe bei'nander, wie's nur mög⸗ lich; ſie kam nun in der nächſten Zeit oft genug von Steuerraths herüber, bald nur zum Einſehen, bald auf Stunden, und war ganz vertraut, ganz dienſtfertig. Aber mit mir war und blieb alles ungefähr wie am erſten Tage, höflich mit gutem Tag und gutem Weg und ohne mehr Worte, als es grade unumgänglich nöthig war. Nur ein paarmal war es mir
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