Jahrgang 
4 (1863)
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Von Johannes Falke. 473

pelle unter ihm beſtand während ihrer beſten Zeit aus etwa 36 Mitglie⸗ dern, die theils in Dresden ſelbſt und auf Reiſen gebildet, theils aus an⸗ deren Orten und aus Italien berufen waren. Schütz, der den beſten Theil ſeiner muſikaliſchen Bildung dem Aufenthalt in Venedig verdankte, ließ es ſich vor allem angelegen ſein, dieſe Verbindung zwiſchen italie⸗ niſcher und deutſcher Kunſt aufrecht zu erhalten und wird deßhalb von jetzt lebenden Kunſthiſtorikern als der bedeutendſte Träger und Vermittler italieniſcher Einflüſſe, vorzugsweiſe des neu erfundenen Recitativs, des Einzelgeſangs und der geiſtlichen Concertform in Deutſchland geprieſen.

Die damalige Einrichtung der Kapelle gab ihm Gelegenheit genug, ſeine künſtleriſche Richtung hier zur Geltung zu bringen, denn die meiſten Mitglieder derſelben erhielten im Schooße der Kapelle ſelbſt die hauptſäch⸗ lichſte Grundlage ihrer Bildung. Die Kapell⸗ und Tafelknaben, als die Anfänger und die unterſten Glieder dieſer muſikaliſchen Körperſchaft, wur⸗ den den Kapellmeiſtern und älteren Mitgliedern ganz und gar zu Er⸗ ziehung übergeben und wohnten und lebten in ihren Häuſern und unter ihrer Aufſicht. Als Entſchädigung erhielten jene dafür von Hofe Liefe⸗ rungen an Naturalien und 25 Gulden, unterrichteten aber dafür nur im Geſang. Sollte der Kapellknabe noch ein Inſtrument lernen, ſo erhielt der Meiſter noch ein beſonderes Lehrgeld, gewöhnlich 20 24 Thaler. So lange noch keine Caſtraten angeſtellt waren und ſie erſcheinen in Dresden zuerſt mit dem Ende des dreißigjährigen Krieges wurden die Kapellknaben, bis ſie mutirten, als Sopraniſten und Altiſten in der Ka⸗ pelle verwendet und nur die Befähigung hierzu machte überhaupt ihre Aufnahme möglich. Der Geſang war damals in der Muſik bei weitem vorherrſchend und die Inſtrumentalmuſik noch in den Anfängen ihrer Bil⸗ dung; der kurfürſtliche Hof verlangte vor allem von ſeiner Kapelle Chorge⸗ ſang, Recitativ und Kirchengeſang. Waren nun die Kapellknaben zu Sopran und Alt nicht mehr tauglich, ſo mußten ſie, wenn ſie künſtleriſche Begabung dazu zeigten, Inſtrumente ſpielen lernen und erhielten dann meiſtens auf einige Jahre Reiſeſtipendien, um in Berlin und Wien oder Venedig und Florenz auf der Geige, Zither, Thiorbe oder einem anderen Inſtrumente was Tüchtiges zu lernen und dann als Inſtrumentiſten wie⸗ der in die Kapelle einzutreten.

Nach Italien wurden häufig, und am meiſten wohl auf Anregung von Schütz, von Dresden aus junge Muſtker geſchickt, ſo erhielt Kaſpar