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Von L. Hermann. 467
Waſſerfläche glänzte die Lichtſäule der Mondesſtrahlen, und ein leuchten⸗ der Streif, den Weg unſeres Bootes bezeichnend; rund umher ſtiegen die ſchroffen Felswände auf, und weder woher wir kamen noch wohin wir ſuhren, ſah man einen Ausweg, überall die kahlen, nackten oder mit ſchwarzen Tannen bewaldeten Gebirge; das geiſterbleiche Mondlicht bil⸗ dete aus den Zacken und Kanten der vorſpringenden Klippen hundert geſpenſtige, abenteuerliche Geſtalten; und dort vor mir thronte der Be⸗ herrſcher dieſes mächtigen Zauberreiches in ſeiner majeſtätiſchen Schön⸗ heit; das Haupt umweht von mondlicht⸗durchſtrahlten Wolkenſchleiern, blickte kalt und ſtolz der Briſtenſtock auf ſein Gebiet.
Jetzt öffnet ſich zu unſerer Linken ein enges Thal, als ob ein Rieſe die gewaltigen Felſenmaſſen auseinander geriſſen hätte, um hindurchſchrei⸗ ten zu können; aus ſeiner Dunkelheit hervor ſtrömte ein wilder Bach ſich freudig in den See hinabſtürzend und ihm luſtig von den fernen Bergen, die er geſehen, erzählend. Zur Rechten hoch am Gebirge leuch⸗ tete im hellen Mondlichte ein altes Schloß; die Mauern lagen ſo einſam und verlaſſen dort oben und ſchauten ſo bleich zwiſchen den ſtillen Bäu⸗ men auf den See herab, daß es mir ſchien, als ob ein mächtiger Zauber das Leben darinnen gefeſſelt hielt, und die Bewohner von Jahr zu Jahr auf die Erlöſung hofften. Es war mir unmöglich dieſen See mir beim blendenden Sonnenlichte vorzuſtellen, und ich ſchiffte hier in einem Feen⸗ reich, wie in phantaſtiſchen Träumen der Kindheit.
Und jetzt lag ſie vor mir, die vielgeprieſene, langerſehnte Tells⸗ kapelle! Ich ließ mich vor ihre Steintreppen rudern, ſtieg langſam die Stufen hinan, und ſtand auf dem Boden, den das Volk geweiht und heilig geſprochen hat. Meine Gedanken nahmen eine andere Richtung und flogen in einem Nu zurück in die Vergangenheit.
Langſam hatte ich, an die Bruſtwehr der Kapelle gelehnt, träumeriſch auf die in nächtliche Dämmerung gehüllte Landſchaft blickend, die ganze Geſchichte des Tell an meiner innerſten Seele vorüberziehen laſſen, als der Zuruf meines ungeduldigen Schiffers mich zum Aufbruch mahnte. Und weiter ging es in der Stille der Nacht, vorbei an himmelhohen Felſenmauern, an düſteren Tannenwälder und Schluchten, vorbei an ſich rechts und links öffnenden wild emnandiſchen Thälern, vorbei an unheildro⸗ henden Klippen! Vorbei! Vorbei! Der Mond war hinter die Berge ge⸗
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