Jahrgang 
4 (1863)
Einzelbild herunterladen

ntehohle Giſ ſen, ſieht man

ner Mauerüben rchtete Zwinga ernacht drohte

nehohle Gaſ en führt; ausd ße geworden, pelle, erinner arden, und mit en Ereigniſſz⸗ erbebenden Hin t den unwegſan

Bank von Stei r Höhe; ſteht er überm Abgt inden, wohin des hochmüthe n zufanmenſti 16 keine Freut .. Und ſiehe, und bald ſus dort? da zimmel Ti feiert man

Von L. Hermann. 459

des geſtrigen Tages ſtanden zu lebhaft in meinem Gedächtniß, als daß nicht der Wunſch in mir rege geworden wäre, nochmals dieſe Freuden durchzukoſten. Raſch war mein Plan fertig, denſelben Weg, den ich ge⸗ kommen, zurück zu gehen, wasvernünftige Touriſten Zeit und Geld verlieren heißen. Vielleicht biſt du mir, lieber Leſer, gleichgeſinnt, und dann darf ich wohl hoffen, daß du mich auch weiter begleiteſt; wenn du dich aber zur Species derpractiſchen Reiſenden zählſt, eine Hauptgat⸗ tung der Jetztzeit, die zu Sterne's Zeiten noch nicht exiſtirte, und von ihm daher, bei ſeiner Eintheilung der Reiſenden in Klaſſen, nicht vorge⸗ ſehen iſt, ſo gebe ich dir den Troſt, daß wir ſchnell an dem ſchon Ge⸗ ſehenen vorübereilen, und bald in uns noch fremde Gegenden des Vier⸗ waldſtädter⸗See's kommen werden; thue alſo einmal das Außerordentliche und wandere mit mir.

Während ich ſprach, haben wir bereits die hohle Gaſſe, die jetzt in der hellen Morgenſonne ſehr harmlos und freundlich erſcheint, paſſirt und ſind in Küßnacht angekommen. Wir eilen ſchnell durch das Dorf, im Vorbeigehen ein Standbild Tell's auf dem Brunnen bemerkend, und bald ſchaukeln wir vergnügt, wie geſtern Abend im leichten Kahne auf der Flut. Dasſelbe klare grüne Waſſer, auf dem wir dahingleiten, dieſelben Berge, dieſelben Gegenden, und doch wie verſchieden von geſtern! Die Landſchaft, die mit ihren Bergen und Ruinen geſtern in ernſter Ruhe vor mns ausgebreitet lag, und mich in ein träumeriſches Sinnen wiegte, ſie gleitet heute von der frohen Morgenſonne beſtrahlt an meinen Blicken munter vorüber, es ſcheint ein ſo friſches Leben rings umher zu pulſiren, daß ich mich erſtaunt frage: Iſt es die Gegend, die ſich ſo verändert hat, oder iſt es die Seele, in der ſich die Außenwelt ſo verſchieden ſpiegel? Vielleicht beides!

Die Natur ſcheint ſo lebensfroh, wie nach einem erquickenden Ge⸗ witterregen. Die Sennhütten liegen freundlich in den grünen Matten, die Heerden klettern munter auf den Bergen herum, die Bewohner der an uns vorüberſchwimmenden Dörfer ſind regſam und thätig, das Geläute der Heerden tönt zu uns herüber, die Hirten blaſen ihr Alphorn und jauchzen und jodeln, und über dem Ganzen ſchwebt ſolch' ein friſcher Morgenduft, daß die Bruſt ſich wonnig erweitert um dieſe Eindrücke für mmer in ſich aufzunehmen. Selbſt die alten Ruinen ſcheinen nur her⸗ zeſtellt, um als Folie des luſtig pulſirenden Lebens zu dienen, und es iſt