Jahrgang 
4 (1863)
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Von Bernd von Guſeck. 3

Abend war ſchon nahe, aber kein Lüftchen milderte die drückende Hitze, die Pferde waren auf der ſtetig emporſteigenden Chauſſee erſchöpft; ver⸗ droſſen lehnte der Kutſcher auf ſeinem Sitze, ſchwang von Zeit zu Zeit phlegmatiſch die Peitſche und ſprach nur gelegentlich ein Wort zu dem grauköpfigen Bedienten, welcher neben ihm ſaß. Er hatte bereits von dem Nonnenkloſter erzählt, welches rechts ab, etwa eine Stunde weit vom Wege liege und ſehr ſchön ſein ſolle, leider jedoch nicht beſucht werden dürfe, als er zu ſeiner großen Verwunderung von der Dame, welche im Wagen ſaß, Befehl erhielt, in den Weg einzubiegen, der nach dem Kloſter führte. Sie mußte genau Beſcheid wiſſen, daß ſie ihm den Weg angeben konnte! Lieb war ihm der Umweg nicht, denn dort wie er ſich gegen den alten Diener ausdrückte war die Welt mit Brettern vernagelt, weiter ging der Fahrweg nicht als bis zum Kloſter, und wer von dort, wie die Herrſchaft, nach Stolzenbrunn in's Bad wollte, der mußte gradezu wieder umkehren.Es iſt ſchon ſieben Uhr! ſagte der Kutſcher, indem er gleichwohl dem Befehle gehorchte.Wir kommen vor Mitternacht nicht hinauf. Wenn kein Quartier beſtellt iſt, wird die Herrſchaft im Wagen ſchlafen müſſen.

Der Diener erwiderte darauf nichts und der Wagen rollte denn auf dem feſten und ebenen Waldwege raſcher dahin. Tiefhängende Zweige zwangen die Männer, welche auf dem Bocke ſaßen, zuweilen ſich zu bücken und ſtreiften ſchwer über den Kutſchhimmel, das kleine Mädchen erſchreckend, das neben der Dame im Fond des Wagens ſaß. Auch lagen hier und da Steine mitten im Gleiſe, an welche die Räder anprallten und dem Wagen empfindliche Stöße gaben. Man ſah recht, wie ſelten hier ge⸗ fahren wurde, daß der Weg ſo ſchlecht unterhalten war. In der Tiefe des Waldes aber riefen und ſangen die Vögel und ſchimmerten die letzten Strahlen der Sonne, ein wunderbares goldgrünes Lichterſpiel weckend, welches das kleine Mädchen entzückte.Horch, Mama! Was iſt das? rief ſie plötzlich. Feierliche Klänge hallten klar durch den Forſt: es war die Veſperglocke des Kloſters. Dort lag es auf der Waldblöße, die eben erreicht war; ſo friedlich ſchaute es mit ſeinen niederen Gebäuden und dem Kirchlein herüber; an einen ſanftſchwellenden Hügel gelehnt, ſein geringes Gartenland von hohen Mauern unſchloſſen.

Der Wagen, der vom Kloſter aus ſchon bemerkt worden war, fuhr an der Eingangspforte vor; der alte Diener ſtieg ab und ſprach mit einem

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