Jahrgang 
3 (1863)
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476 Bilder aus dem Leben Blüchers.

Franzoſen aneignete. Aber trotz alles Regens, Frierens und Hungerns hörte man da und dort noch Siegesgeſänge, und ein muthwilliger Preuße war ſogar noch dazu aufgelegt, über dieSchlacht an der wüthenden Neiße einen kräftigen, nicht ſehr feinen Reim zu machen, der mit Jubel aufgenommen und geſungen wurde.

Dieſe Benennung wäre die richtigere geweſen; da aber Blücher er⸗ fuhr, daß Sacken in dem erſten kurzen Armeebericht den Ruhm ſeines Corps nicht gehörig hervorgehoben finde und, ſowie auch ſeine Offtziere, darüber empfindlich ſei, ſo ſchrieb er ihm, daßihm zu Ehren dieſe Schlacht die Schlacht an der Katzbach heiße, weil ſeine braven Truppen in unausgeſetztem Gefecht bis an dies Waſſer gekommen ſeien.Beſchei⸗ denheit, ſchreibt hierüber Gneiſenau,kleidet die ſo lange Unglücklichen wohl. Man konnte ſich dieſes Sieges um ſo mehr freuen, als die eige⸗ nen Verluſte gar nicht bedeutend waren. York und Sacken verloren je nicht ganz tauſend Mann, Langeron 1400. Die nächſten Tage koſteten weit mehr. Aehnlich war es auch bei dem Feinde. Blücher ſagte in ſeinem erſten Bericht an den König, daß am Schlachttag 12 1400 Ge⸗ fangene gemacht, 36 Kanonen, 110 Munitionswagen erbeutet worden ſeien. Nach ſpäteren Ermittlungen ſind dieſe Zahlen viel zu niedrig ge⸗ halten, und jedenfalls brachte der Rückzug des Feindes und ſeine Verfol⸗ gung eine weit reichere Ernte.

Der Einfluß, welchen dieſer Sieg auf die Stimmung des ſchleſiſchen Heeres und auf das Verhältniß der höheren Befehlshaber ausübte, kann nicht hoch genug angeſchlagen werden; die Soldaten waren für ihre ſieg⸗ reichen Führer hoch begeiſtert, und überall, wo ſich Blücher und York zeigten, wurden ſie von ihnen mit ſtürmiſchen Hurrah's begrüßt. Die vorher ſo widerſpenſtigen Ruſſen feierten den greiſen Helden faſt am meiſten und ſahen in den Regenſtrömen, welche den Franzoſen ſo ver⸗ derblich wurden, ebenſo ein höheres Walten, wie in der furchtbaren Kälte, das die Kataſtrophe von 1812 vollendete. Auch ging die Sage, daß Durchbrüche unterirdiſcher Gewäſſer die Anſchwellung der Gebirgswaſſer noch erhöht hätten. Eine Menge Franzoſenleichen wurden von dem über⸗ getretenen Waſſer umhergetrieben und blieb bei deſſen Ablauf auf Feldern und ſogar auf Bäumen zurück. Die Koſaken ließen es ſich nicht nehmen, in Blücher einen Landsmann zu erkennen. Es bildete ſich das Gerücht unter ihnen, er ſei am Don im Koſakenland geboren und als Kind nach

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