Jahrgang 
2 (1862)
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18 Am Ziel.

Am letzten Abend des Jahres ging er gegen ſechs Uhr zu Magens, um den Sylveſter bei ihnen zuzubringen. Er fand die Familie allein und Nora am Theetiſch beſchäftigt, ſo daß er ſeinen Stuhl neben den ihrigen ziehen und auf ein Geſpräch mit ihr hoffen konnte. Sie war auch mild und freundlich gegen Arwed und fragte ihn mit theilnehmender Miene: Weßhalb ſind Sie denn eigentlich nach Kopenhagen gekommen und für welchen Beruf wollen Sie ſich hier ausbilden? Arwed fühlte ſich tief verletzt, daß Nora nicht mehr wußte, wie oft er in Ramlöſa davon ge⸗ ſprochen hatte, Theologe wie ſein Vater zu werden, um dieſen einſt in ſeinem Amte als Prediger zu unterſtützen und dann zu folgen. Auch hier hatte er gleich bei der erſten Viſite der Frau Magens erzählt, daß er be⸗ abſichtige, in Kopenhagen zu ſtudiren, und ſich ihr dann ſpäter als Stu⸗ dent vorgeſtellt. Und von dem allen wußte Nora nichts, ſie hatte alſo nie mit der Mutter von ihm geſprochen, hatte auch ganz vergeſſen, was er ihr über ſeine Zukunftspläne mitgetheilt! Doch bezwang er ſeine Em⸗ pfindlichkeit und erwiderte ihr einfach, als ob er dieſen Gegenſtand früher nie gegen ſie berührt hätte:Ich bin nach Kopenhagen gekommen, um hier Theologie zu ſtudiren, da es mein und meines Vaters Wille iſt, daß ich als Adjunct ihn unterſtütze und einſt auch ſein Nachfolger im Amte werde. 4

Und ſo haben Sie keinen andern Lebenszweck, als einſt Prediger in einem armſeligen ſchwediſchen Dorfe zu werden und beſteht Ihr ganzer Ehrgeiz darin, den Bauern in Steenbeck die geſammelten Früchte Ihres Geiſtes vorzulegen? fragte Nora, indem ſie ihren ſchönen Kopf gering⸗ ſchätzig emporwarf und ihren Nachbar mit einem mitleidigen Lächeln an⸗ ſah. Arwed zog unwillkürlich ſeinen Stuhl von dem ihrigen zurück. Mein Fräulein, ſagte er mit gepreßter Stimme,Sie haben mich jetzt in dem innerſten Heiligthum meiner Seele angegriffen. Die Stellung eines Predigers ſeiner Gemeinde gegenüber iſt ſo erhaben, daß ich die Menſchen für beſonders begnadet halte, die zu derſelben berufen ſind. Der Segen, den der Geiſtliche ausſtreuen, der Troſt und die Hülfe, die er ſpenden kann, die Liebe und die Verehrung, die ihm dafür zu Theil werden, das ſind Güter, welche man höher ſchätzen muß, als den eitlen Glanz und Prunk der ſogenannten Welt. Wenn mein Vater die Kanzel verlaſſen hat und die Bauern, wie Sie unſre Landleute nennen, mit naſſen Augen und gerührten Blicken ſich vor der Kirche aufſtellen, um ihren Seelſorger bei ſeinem Heraustreten noch einmal zu ſehen, einen Gruß oder

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ſeinen das An uuch da nich n gitiſe eelbſt ſcholle rend a Höhen entfalt ine g Rubm und u Unge