Jahrgang 
2 (1862)
Einzelbild herunterladen

Von O. Otto. 11

unte ihHeben Sie meine geringe Hülfsleiſtung nicht ſo ſehr hervor, mein ung be Fräulein, erwiderte Arwed, ohne der ſchönen Sprecherin ſein Auge zu⸗ rt zuwenden;ich habe ſo wenig gethan, konnte auch ſo wenig thun, daß ſelbſt in ich Ihre Güte nicht verdiene. Jedes Kind, welches ſich bei dem Unfall die als in Ihrer Nähe befand, hätte dasſelbe geleiſtet wie ichOh, ſetzen Arwa Sie Ihre That doch nicht herab, bat Nora,Sie können dieſelbe nicht Dame verkleinern, können unſre Verpflichtung gegen Sie nicht mindern, wenn nerzien⸗ Sie es auch wollten. Es klingt faſt unfreundlich von Ihnen, unſern ur nr. Dank ſo abzuweiſen, den wir Ihnen doch ſo gern zollen und der Sie nicht da di drücken kann. Doch, nun kommen Sie zur Mutter, ſie ſehnt ſich recht Gurchaui nach etwas Unterhaltung, und da unſre Bekannten größtentheils ſchon ab⸗ wied ggereiſt ſind, wird ihr dieſelbe nur ſparſam geboten. Sie öffnete dann nun d die Thür zum Nebenzimmer, in welchem die Leidende auf einem Sopha

lag und Arwed bei ſeinem Eintreten freundlich bewillkommnete, ſo daß

da je r Son ſeine Befangenheit ſchwand und er bald in ein heiteres Geſpräch mit den ei Damen verwickelt war. wupt dSie müſſen öfters wiederkommen, müſſen uns täglich beſuchen, ſagte Frau Magens,und da die Abende ſchon lang werden, möchte ich geind Sie bitten, uns an dieſen vorzuleſen. Ich denke mir, daß Sie bei Ihrem tefi hübſchen Organ ſehr gut leſen müſſen, und Sie würden mir und Nora er Ah die Stunden dadurch angenehm kürzen.Es möchte nur ſchwer ſein, r Fn hier eine geeignete Lecture für die Damen aufzufinden, entgegnete Ar⸗ oſ wed,denn unſre Badebibliothek ſcheint neue Werke nicht zu enthalten. M 1Nur keine franzöſiſchen Romane oder Novellen! rief Nora eifrig 4 4 aus.Wenn Sie dieſe neue Lecture meinen, ſo muß ich bekennen, daß M mich dieſelbe anwidert.Sie müſſen nämlich wiſſen, ſchaltete die ah Mutter ein,daß Nora ganz Dänin iſt, nur däniſche Dichter gern lieſt, 1 nur däniſche Dichter hochſtellt. Bringen Sie ihr Bücher von Holberg, 1 4 Herz, Anderſen, ſo wird ſie ſehr befriedigt ſein und dieſelben immer neu 5 finden.Es ſoll mein angelegentlichſtes Beſtreben ſein, dem Geſchmack Ai des Fräuleins mit meiner Bücherauswahl zu entſprechen, erwiderte Ar⸗ t wed verbindlich und empfahl ſich.. 1 Als er am andern Abend mit einem Buche in der Hand bei den 1 Damen eintrat, ſagte er:Ich bringe zwar ein Buch, glaube aber kaum, ſinge mit demſelben Ihren Wünſchen zu genügen, denn ich fand richtig in der b Leihbibliothek nur franzöſiſche und ſchwediſche Romane; und da ich letztere

der eifrigen Dänin nicht zu präſentiren wagte, wählte ich ein Buch aus