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Von O. Otto. 7
dieſelbe,“ rief Arwed mit einer gewiſſen Dringlichkeit.—„Es iſt ein reicher Großhändler aus Kopenhagen, der Kommerzienrath Magens mit Frau und Tochter, und wenn Sie Fräulein Nora ſehen werden, beſter Herr Tiedgen, ſo werden Sie eingeſtehn, nie eine ſchönere junge Dame gekannt zu haben.“—„Ich habe ſie vielleicht ſchon geſehn; denn heute beim Mittagstiſch ſaß eine junge däniſche Dame mir gegenüber, welche man Nora nannte und die wohl zu Ihrer Beſchreibung paſſen möchte,“ erwiderte Arwed kleinlaut; und indem er die Treppe zu ſeinem Zimmer wieder hinaufſtieg, ſeufzte er leiſe:„Das iſt kein Umgang für mich!“—
In den Gipfeln der alten Buchen im Park zu Ramlöſa rauſchte der Morgenwind, ſo daß das Flüſtern der Blätter in anmuthigem Einklang
zu dem Rauſchen der Quelle ſtand, deren reiner Strahl, mitten aus dem
Felſen brechend, in den Kopf eines Delphins von Erz gezwängt iſt, durch deſſen breiten Mund ſie ihr heilkräftiges Waſſer den Brunnengäſten ſpen⸗ det, die ſich in großer Menge auf dem kleinen Platz verſammelt haben. Es war ein dichtes Drängen und Treiben auf dem beſchränkten Raum vor der Quelle, und man ſah immer zu gleicher Zeit wohl zehn Arme ausgeſtreckt, welche die Trinkbecher den beiden Schenkmädchen hinhielten, die, eifrig bemüht, dieſelben zu füllen, viel zu langſam das Verlangen der Wartenden befriedigen konnten. Arwed, der einer der Erſten am Brunnen geweſen war, ſtand auch jetzt der Quelle am nächſten. Dicht hinter ihm ſchallte die laute Stimme einer Dame, welche ſich heftig beklagte, ſchon lange auf das Füllen ihres Glaſes warten zu müſſen, und Arwed ge⸗ wahrte eine kleine, ſchmale Hand in einem feinen Handſchuh, welche ein blaues, reich mit Silber verziertes Trinkglas emporhielt, ohne mit dem⸗ ſelben die Schöpfmädchen erreichen zu können. Mit der ihm eigenen Ar⸗ tigkeit ergriff Arwed das Glas, drängte ſich zur Quelle durch, ließ das⸗ ſelbe füllen und reichte es der Dame zurück, in der er ſein vis⸗a⸗vis von der geſtrigen Mittagstafel im Hotel wiederfand; doch wurde ihm kein Blick, noch weniger ein Zeichen des Dankes zu Theil. Die Dame nahm das Glas aus ſeiner Hand, ohne ihn anzuſehn oder ihre Unterhaltung mit dem neben ihr ſtehenden Huſaren⸗Offizier zu unterbrechen, in deſſen Begleitung ſie nun ihre Promenade fortſetzte, und in dem Arwed einen Freiherrn von Biörnſkiold erkannte, der ſeit einiger Zeit in dem nahen Helſingborg mit ſeiner Schwadron ſtationirt war. Arwed fühlte, wie eine glühende Röthe ſein Geſicht überzog; er eilte in die einſam gelegenen Gänge des Parkes, denn es ſchien ihm unmöglich, unter den vielen fremden


