Jahrgang 
1 (1862)
Einzelbild herunterladen

Von Friedrich Lampert.

über dieDer Himmel war ſo dunkelblau, 4, Die Sonne war ſo voll und glühend, Und eines Münſters ſtolzer Bau Stand in dem goldnen Lichte blühend.

ſe endefMir dünkten goldne Wolken ihn Gleich Fittigen emporzuheben,

Und ſeines Thurmes Spitze ſchien Im ſel'gen Himmel zu verſchweben.

n Thürm⸗

. zuſammen.

õ

Wie mir in ſeinen Hallen war,

Das kann ich nicht mit Worten ſchildern, V Die Fenſter glühten dunkelklar

Mit alter Märt'rer frommen Bildern.

Dann ſah ich wunderſchön erhellt Das Bild zum Leben ſich erweitern,

Ich ſah hinaus in eine Welt

vor Von heil'gen Frauen, Gottesſtreitern.

n, Pflan⸗ b n Ja, in eine Welt von heiligen Geſtalten, von kunſtvollendeten Bil⸗ 1 dern ſieht man hier hinein; zuerſt da droben an den Fenſtern die Glas⸗

gemälde alter und neuerer Zeit, die Dürer'ſchen Bilder der Leidens⸗ 4

geſchichte zumal, ſo formvollendet und farbenglühend, wie ſie faſt keine 4

Kiiirrche aufzuweiſen hat; dann hier auf dem oder jenem Altar ein Meiſter⸗

werk neben dem andern, alle überſtrahlt von Hans Baldungs Hochaltar⸗ bild, der Jungfrau Krönung. Von reichem, von einem Freiburger Schreiner trefflich gearbeiteten Holzſchnitzwerk umrahmt, ſitzt Maria im Goldſtoff⸗ gewande, die Hände abwärts gefaltet, das Haar geſcheitelt, in der Mitte, zur Linken Gott den Vater, zur Rechten den krönenden Heiland, über ihr ſchwebend den heiligen Geiſt und Muſikchöre von Engeln; im Hintergrund ein lichtſtrahlendes, aus lauter verſchwebenden Engeln gebildetes Wolken⸗ meer. Auf den Flügeln des Bildes ſtehen als Zuſchauer die feierlichen, kräftigen, ausdrucksvoll gezeichneten Apoſtel, und geſchloſſen ſtellen. dieſe Flügel in vier kleineren, meiſterhaft aufgefaßten und gemalten Bildern Verkündigung, Heimſuchung, Geburt und Flucht nach Egypten dar.

Auch von Holbein d. J. findet ſich ein treffliches Bild: eine an Cor⸗ reggio's Nacht erinnernde, gleich dieſer alles Licht vom Kinde ausgehen jvunde laſſende Geburt Chriſti und eine namentlich in der charakteriſtiſchen Auf⸗ faſſung der einzelnen Opfernden eigenthümliche Anbetung der drei Könige.

zel den gang

Aeußern

derſelben