Jahrgang 
1 (1862)
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Freiburg im Zreisgan. Von

Friedrich Lampert.

All' das iſt an Freiburg vorübergegangen und all' das mußte uns bei dem Blick auf die Stadt und den Platz, wo wir ſtanden, wo Brunnen und Mauern, Felstrümmer und unterirdiſche Gänge Schritt für Schritt an jene alten Zeiten mahnten, in den Sinn kommen, und während wir das ſo miteinander durchdachten und durchſprachen, waren wir unverſehens wieder zur Stadt hinabgekommen, durch dasSchwabenthor mit ſeinem alten Wandgemälde, dem ſchwäbiſchen Bauer mit ſeinem ſchwerbeladenen Weinwagen, wieder in die Nähe unſrer Wohnung gelangt, und verweht waren nun die Geiſter der alten Zeiten, die Gegenwart Freiburgs ver⸗ langte auch ihr Recht von uns. Und dieſelbe hat auch ihr Schönes. Frei⸗ burg iſt einmal eine durch und durch ſaubere, eine trotz einer holländiſchen reinliche Stadt. Sie hat nichts beſonders Auszeichnendes, Charakteriſti⸗ ſches; neben dem Münſter kann nichts Anderes aufkommen; aber man fühlt ſich heimiſch in dieſen einfachen Straßen, und wenn's draußen vor der Stadt recht heiß iſt, die Sonne glühend von den Bergen abprallt, dann wandelt man gern in ihnen auf und ab, denn ſtets ſind ſie kühl, friſch. Klare Waſſerbäche, von der Dreiſam ausfließend, rauſchen durch alle durch, und der kühle Hauch, der ihnen entſtrömt, iſt eine Wohlthat, die andre Städte miſſen müſſen.

Es war ein recht heißer, ſchwüler Sommermorgen, aber wir konnten unſre Gänge ganz unbeläſtigt machen. Und die traten wir, ſobald wir uns beim Frühſtück wieder mit unſern indeß dem Schlaf entronnenen Da⸗ men vereinigt hatten, an. Wohin zuerſt? Nun zu dem, der uns am Abend den erſten Gruß geboten hatte, der am Morgen wieder ſo hoch und hehr vom Thal herauf zum Berg zu uns geſehn zum Münſter.