Jahrgang 
1 (1861)
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Kurze Nachricht von meinem Leben.

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nach Verlauf von vierzehn Tagen überreichte Herr Marchand dem Kurfürſten den gedruckten Comödienzettel, auf welchem die Vorſtellung derEugenie auf der deutſchen Bühne angekündigt war, und lud zugleich den Kurfürſten ein, ſolche mit ſeiner Gegenwart zu beehren. Dies geſchah auch, und von dieſem Augenblicke an war die Verabſchiedung des franzöſiſchen Theaters und die Errichtung eines deutſchen beſchloſſen. Erſtere erfolgte bald darauf, und zu letzterem wurden nun vorläufige Anſtalten gemacht und allerhand Plane entworfen. Das alte Zeughaus wurde dazu beſtimmt, es nicht nur für ein deutſches Theater, ſondern auch zugleich zu einem ſchönen Concert⸗ und Tanzſaal einzurichten. Eigentlich alſo war ich die erſte Veranlaſſung zu Errichtung eines deutſchen Theaters in Mannheim und wurde nachher bei der Ausführung dieſes Planes auch beſtändig mit zu Rath gezogen.

Im Jahre 1772 wurde die deutſche gelehrte Geſellſchaft in Mannheim geſtiftet, und ich befand mich mit unter der Anzahl der erſten Mitglieder, welche dem Kurfürſten vorgeſchlagen und von ihm dazu ernannt wurden.

Im Jahre 1776 ſchickte mich der Kurfürſt nach Braunſchweig, um mit Herrn Hofrath Leſſing in Betreff des deutſchen Theaters in Mannheim mündlich zu ſprechen und ihn zu vermögen, ſelbſt thätig dabei mitzuwirken, welches mir auch ſo gut gelang, daß Herr Leſſing ſich nicht nur verwendete, gute Schauſpieler und Schauſpielerinnen für die Mannheimer Bühne anzu⸗ werben, ſondern zu Anfang des Jahres 1777 auch ſelbſt nach Mannheim kam. Da zu vermuthen war, daß Leſſing ſeine Stelle in Braunſchweig nicht verlaſſen werde, um ſich in Mannheim ſo wie ehmals in Hamburg mit dem Theater zu beſchäftigen, ſo ſchlug ich vor, man möchte ihn an die Stelle des nicht lange vorher verſtorbenen Geſchichtſchreibers Krämer zum auswär⸗ tigen ordentlichen Mitgliede der Akademie der Wiſſenſchaften in Mannheim ernennen und ihm auch die mit dieſer Stelle verknüpfte Beſoldung von 600 fl. verſichern, unter der mündlich zu verabredenden Bedingung, daß er von Zeit zu Zeit einen Beſuch in Mannheim ablegen und ſich alsdann einige Wochen daſelbſt aufhalten und das Theaterweſen revidiren und ordnen ſolle. Alle Reiſekoſten ſollten ihm nicht nur vergütet, ſondern er ſollte auch während ſeines Aufenthaltes in Mannheim völlig frei gehalten werden. Dieſer Vor⸗ ſchlag fand Beifall, und der Kurfürſt befahl, daß man das Diplom für Herrn Leſſing ſogleich ausfertigen und mir mitgeben ſolle⸗

Wie nun das alles in der Folge gegangen und was für ſeltene Auf⸗