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Von Chr. Fr. Schwan. 465 man von Seiten der Regierung, woran aber der Kurfürſt, der ein aufge⸗ klärter Herr war, ſo wenig als der damalige Regierungs⸗Präſident von Venningen und noch einige andere helldenkende Männer keinen Theil hatte, die Thorheit beging, gleich das erſte Stück der Schreibtafel wegen einiger
darin befindlichen Aufſätze, worin ich gewiſſe auffallende, die Mönche be⸗ treffende Mißbräuche ſpöttelnd gerügt, zu verbieten. Dadurch ward die Neugier des ganzen pfälziſchen und auch auswärtigen Publikums in einem ſolchen Grade rege gemacht, daß ich nun in Betreff meiner Hauptabſicht gewonnen Spiel hatte. Auch wußte ich es dahin zu bringen, daß mir die bereits wirklich konfiscirten und in gerichtliche Verwahrung genommenen Exemplare unter einigen leicht zu erfüllenden Bedingungen wieder ausgeliefert wurden. Künftig ſollte ich aber die zu jedem Hefte der„Schreibtafel“ be⸗ ſtimmten Aufſätze vor dem Abdrucke im Manuſcript der Cenſur vorlegen. Und da der Regierungs⸗Präſident von Venningen Obereenſor war, ſo fand ich in der Folge, wenn auch die übrigen Herren Cenſoren etwas nicht paſ⸗ ſiren laſſen wollten, bei dieſem einen Schutz gegen alles gewaltſame Be⸗ ſchneiden. Und ſo glückte es mir denn durch dieſes Mittel, etwas mehr Leben und Bewegung unter das Publikum zu verbreiten. Selbſt der Kur⸗ fürſt bezeugte darüber ſein beſonderes Wohlgefallen, und in ſeiner Privat⸗ bibliothek wurde nun auch deutſchen Schriftſtellern neben den Franzoſen, Engländern und Italienern ein Platz eingeräumt.
Im Jahr 1770 veranlaßte der bekannte Schriftſteller Herr Rein, da⸗ mals Apotheker in Kaiſerslautern, der ſich leidenſchaftlich mit der Bienen⸗ zucht beſchäftigte, zur Unterſtützung ſeiner in dieſem Fache anzuſtellenden Verſuche eine ſogenannte Bienengeſellſchaft, unter welche ich als Mitglied aufgenommen wurde. Jedes Mitglied zahlte bei dem Eintritt in dieſe Ge⸗ ſellſchaft einen Dukaten und machte ſich anheiſchig, zur Verbreitung und Verbeſſerung der Bienenzucht in der Pfalz das Seinige nach Einſicht und Kräften beizutragen. Ich hatte bereits in Mecklenburg, als ich Hofmeiſter der jungen Herren von Berg war, Vergnügen daran gefunden, mich mit den Eigenſchaften und der Oekonomie dieſer nützlichen Inſekten bekannt zu machen, und da bald darauf dieſe Bienengeſellſchaft in eine phyſikaliſch⸗ ökonomiſche Geſellſchaft verwandelt wurde, ſo ſchrieb ich auch eine Abhand⸗ lung über die Nahrungsmittel der Bienen, worin ich zeigte, daß man die Bienenzucht ung mmn vermehren könne, wenn man die für ſte dienlichen Pflanzen und Kräuter auf den ſonſt öde liegenden Rainen und andern
Hausblätter. 1861. I. Bd. 30
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