Jahrgang 
1 (1861)
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462 Kurze Nachricht von meinem Leben.

mit den italieniſchen Journalen und litterariſchen Blättern konnte ich ſelb fertig werden. Die Auszüge aus den engliſchen lieferte mir ein anderer di 5 Sprache kundiger junger Gelehrter.

Meineneuen Auszüge fanden bald nach ihrer erſten Erſcheinung in ganz Deutſchland eine beſſere Aufnahme als ich erwarten konnte. Ich habe ſie fünf Jahre lang fortgeſetzt und mich ganz wohl dabei befunden, denn da⸗ mals ſtand ich in dieſem Fache in Deutſchland noch ſo ziemlich allein, da die Anzahl der Journale noch nicht wie jetzt Legion hieß. Auch habe cch es nachher oft bereut, daß ich ſie aufgegeben, weil mich die Erfahrung gelehrt, daß ein Journal, wenn es ſich nur erſt den Beifall des Publikums erwar⸗ ben hat, in der Folge, wenn es auch an innerem Werth abnehmen ſollte, gewiſſen naßen als ein ſtändiger Artikel anzuſehen iſt, den man, weil man ihn einmal angefangen hat, der Folge wegen forthält, wie das ſo manche ſowohl in- als ausländiſche Journale beweiſen, die ihre fortdauernde Exi⸗ ſtenz faſt allein noch der Achtung, die man für ihr Alter hat, zu verdanken haben. Als ich dieſe Arbeit mit dem fünften Jahrgang beſchloß, ſetzte ſte der Herr Profeſſor der Name will mir nicht einfallen, ich glaube aber, es war Bergſträßer in Hanau fort. Da es ihm aber wahrſcheinlich an den Hülfsquellen dazu fehlte, die mir unentgeldlich zu Gebote ſtanden, ſo kam nur ein Jahrgang von ihm zu Stande, und er ließ es dabei bewenden. In der Bibliothek des Herrn Hofrath Erb hier in Heidelberg befindet ſich ein completes Exemplar von dieſer Zeitſchrift. Am Schluſſe des fünften Bandes habe ich mich genannt. Auch muß ſich noch ein completes Exemplar davon unter den Büchern meiner jüngeren Tochter befinden, der ich alles gegeben, was ich geſchrieben.

Durch meinenUnſichtbaren war ich nun bald in mehreren Häuſern bekannt geworden, beſonders in dem meines Verlegers, des Herrn Eßlinger. Da entſpann ſich zwiſchen mir und ſeiner älteſten Tochter eine Freundſchaft, an welche ſich bald die Idee einer lebenslänglichen Verbindung knüpfte. Da⸗ bei entſtand aber die Schwierigkeit, daß Herr Eßlinger ſeine Tochter für einen Buchhändler unwiderruflich beſtimmt hatte. Außer ſeiner Handlung in Frankfurt beſaß er noch zwei Nebenhandlungen, eine in Kaſſel und eine in Mannheim, die er durch Factore verſehen ließ. An jedem dieſer beiden

Orte ſollte ſeinem b5 ane nach eine von ſeinen fünf Töchtern ihre künftige wu ondg finden. Daß er mir, einem Fremden ohne Amt und Vermögen,

ſeine älteſte Tochter zur Gattin geben ſolle, das war ihm freilich nicht zu⸗