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12 Zwiſchen zwei Regen.
ſtrahlte und flimmerte es von den röthlichen Mauern jenes Schloſſes, das auf einem kleinen Hügel liegend, ſich mitten im Thale erhob und von dem Sonnenſtrahl ſo recht getroffen wurde! Während rings umher düſterer Wolkengraus aufqualmte, und die ganze weite Landſchaft nächtlich zu um⸗ ziehen drohte, während fern am Horizont der Donner rollte, einzelne Blitze leuchteten, und das ſchwarze Gewölk drüben ſchon vom niederſchlagenden Regen ſchraffirt erſchien, übte dort an dem engen Thaleingange die Sonne noch immer ihre volle Kraft aus, und verlieh ſogar den ſich von allen Seiten heranwäl⸗ zenden grauen Dunſtmaſſen nicht nur einen röthlichen Schimmer, ſondern ließ auch einzelne Punkte, wie weiße Landhäuſer oder Kapellen, hell hervor⸗ leuchten.— Die eben noch ſo klar hervortretenden Bergreihen, welche die Fernſicht begrenzten, waren nicht mehr zu erkennen, und man bemerkte es ordentlich, wie Wolken und Nebel über ſte hinwegqualmten, und wie mit dichten, trüben Schleiern das Bild einer Hügelreihe nach der andern, eines freundlichen Dörfchens um das andere auslöſchten und vertilgten.
Der Reiter hielt Zampa mit Mühe auf dem Platze feſt, wo er alles das überſchaute. Die immer häufiger und heftiger kommenden Winſtöße hoben die Mähne des edlen Thiers, ſo daß es unwillig mit dem Kopfe ſchüttelte und in die Zügel knirſchte, ja zuweilen einen vergeblichen Ver⸗ ſuch machte, ſich umz uwenden, aber immer wieder ſtehen bleiben mußte, deindtak von der ſtarken Hand des jungen Mannes. Dieſer hatte den Hut abgenommen, und ließ den Wind durch ſein volles lockiges Haar ſtreifen. Er blickte in das kleine Thal hinab, wo der goldene Sonnenſtrahl noch immer wirkte und der Wiederſchein deſſelben noch immer weit hinaus⸗ ſtrahlte, ja dort gegenüber noch das Haus mit dem Schieferdach, namentlich die glänzende Spitze ſeines Glockenthürmchens, noch immer freundlich be⸗ ſtrahlend.
Jetzt ſchloß ſich der Himmel— und plötzlich, ohne allen Uebergang; rings umher war nichts mehr zu ſehen als tief herniederſtreichende ſchwere Wetterwolken. Es ſah ſo wild und chaotiſch aus, als ſollte der Himmel nie mehr blau und freundlich auf die armen Menſchenkinder herabblicken.—„Nie mehr, nie mehr!“ ſeufzte der Reiter,„das Licht iſt erloſchen, es wird kein ſchöner Tag mehr folgen— und darum Trotz geboten dem Wetter, Trotz geboten dem Sturm! Ah, wie der tolle Wind mir ſo angenehm die heiße Stirne kühlt! Auf, Zampa!“— Ein lauter Zungenſchlag ließ das edle Thier förmlich aufſchrecken, und dann umleuchtet von den zahlreich ſich
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