Jahrgang 
4 (1860)
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478 Nachträge zuLenau in Schwaben.

ſchreibe. Und ſo kann es Ihnen nie fehlen an Briefen von mir dieſen Winter hindurch.

O Kerner! Kerner! Ich bin kein Ascet; aber ich möchte gern im Grabe liegen. Helfen Sie mir von dieſer Schwermuth, die ſich nicht weg⸗ ſcherzen, nicht wegpredigen, nicht wegfluchen läßt! Mir wird oft ſo ſchwer, als ob ich einen Todten in mir herumtrüge. Helfen Sie mir, mein Freund! Die Seele hat auch ihre Sehnen, die einmal zerſchnitten, nie wieder ganz werden. Mir iſt, als wäre etwas in mir geriſſen, zerſchnitten. Hilf, Kerner. Hier erhalten Sie ein Herbſtblatt, das meinem Herzen entfallen iſt.

Mürriſch braust der Eichenwald, Aller Himmel iſt umzogen,

Und dem Wandrer, rauh und kalt, Kommt der Herbſtwind nachgeflogen.

Wie der Wind in Herbſteszeit Mordend hinſaust in den Wäldern, Weht mir die Vergangenheit

Von des Glückes Stoppelfeldern.

An den Bäumen, welk und matt, Schwebt des Laubes letzte Neige; Niedertaumelt Blatt für Blatt Und verhüllt die Waldesſteige.

Immer dichter fällt es, will Mir den Reiſepfad verderben, Daß ich lieber halte ſtill, Gleich am Orte hier zu ſterben.

Ja, ſterben iſt das End' vom Lied. Und was das heute für ein Regen iſt. Und keinen Menſchen hab' ich, dem ich ſagen kann, wie mir iſt. Die Spatzen aber ſchreien ganz luſtig auf meinem Dache, vielleicht iſt wo ein Fruchtſack geplatzt. Sie wiſſen den Teufel davon, daß unterm Dache einer ſitzt und Trübſal bläst. O gleichgültiges Geſindel der Natur! Jedes Ge⸗ ſchöpf lebt ſein Privatleben. Das muß anders werden. Der Tod wird euch ſchon zuſammenſchaufeln. Alle Individualität muß aufhören. Der Tod wird uns alle wieder eintreten und kneten in den großen Teig(der ewigen Subſtanz nach Spinoza), in den großen Oſterkuchen der Welt. Freilich verlier, ich dann viel. So z. B. daß mein Name nicht nur im Kürbis

meine redlie

uns

lieber auf

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