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Von Emma Niendorf. 477 mbſch de J. Redewei Mein lieber Freund! en zwiſchen Wie überhaupt viel Närriſches vorkommt in meinem Leben, war auch 8 7 7 2 s einanden die Eilfertigkeit, die Unaufhaltſamkeit, mit der ich nach Heidelberg trachtete hhabe hier und an Ihnen vorüberfuhr, reine Narrheit. Doch das iſt ſchlechte Ent⸗ hier. 9 Abend v ſchuldigung. Um ſo mehr werden Sie ſich ärgern daß Sie den heißen end vo 9) 7 3 hanziehen Narren nicht zu ſehen kriegten; wie gern würden Sie nicht einige Experi⸗ den, zarte mente mit ihm gemacht haben: ihm einige palres Susones um den Kopf zu wie einen ſchlagen oder dergleichen mehr. Zum Asceten, lieber Freund, hab' ich ver⸗ eidenſchaft flucht wenig Talent. Erſtens glaub' ich, daß Kälber, Haſen und Repp⸗ . hühner nicht umſonſt in der Welt herumblöcken, laufen und fliegen, und der Geife daß man ſchon in forſtpolizeilicher Hinſicht kein Ascet ſein, ſondern von
dieſen und ähnlichen Dingen Gebrauch machen ſoll, weil ſich ſonſt das Wald⸗ und Feldvieh ſo vermehren würde, daß de. ꝛc. Doch wär' es vielleicht
die ſchönſte Höhe der Ascetik, von Schweinen gefreſſen zu werden?—!
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Ich be
Ich be⸗ 4— 3. 3.—
rnicht Zweitens iſt der der beſſere Reiter, der einen friſchen Wildfang gar nichle 1 4 7. 4 herumtummelt; eine verhungerte, knieſchlottrige Mähre kann jeder Elende
n, daß ſe 9— 3 1 reiten. Und ſo bin ich der Meinung, daß es auch männlicher iſt, ſein auf⸗ n— nun. 84 42...„.
rühreriſches, ſchlimmes Fleiſch zu bändigen, als ſein ſteches, zahmes Asceten⸗ ichte einen 3 3 8
fleiſch. Es liegt, mein' ich, etwas Feiges in dieſem Abzapfen der Menſchlich⸗ keit. Sie werden mir vielleicht einwerfen: ja, aber die Abtödtung ſelbſt, koſtet die keine männliche Feſtigkeit? und ich antworte: Das iſt die Tapfer⸗ keit der Furcht. Es gehört mehr dazu, ſeinen Feind gefangen zu nehmen, als ihn zu erſchlagen.
Geſchichte und kam illard mit 3 nie ber⸗
anz hel 1.. 7,. e: Janz Aus dieſen Vorderſätzen werden Sie mit einiger Wahrſcheinlichkeit den
Schluß ziehen können, daß ich nicht im Wolfsbrunnen ſitze und geiſtliche Lieder ſinge. Ich würde meinem Gotte langweilig zu werden befürchten,
zu, reichte z iſt aben ich Hauſe 4 45. 1 N— eines wenn ich das thäte, und meinen leeren Magen zum Reſonanzboden meines ste Ran 20—..„ 2, lhe in begeiſterten Herzens machte. Nein, nein, ich wohne hier in Heidelberg im
König von Portugall, und eſſe mich ſatt, wie andere ehrliche Leute, die was
i lih ſ 1 1 A 1 1 8 ot 9 ütrig zu eſſen haben und keine Asceten ſind. Ich bin alſo auch nicht gezwungen, ir de 8. 9. nni Ihnen auf gefallenes Laub meine Briefe zu ſchreiben. Wenn Sie aber in on ſi Ihren Garten gehn, und die welken Blätter, dieſe ſäuſelnden Elegien des
Herbſtes, niederfallen ſehen, ſo denken Sie mein: was Ihnen die Blätter
ſagen, iſt die Sprache meines Herzens, wenn ich ſie auch nicht drauf hin—


