Jahrgang 
4 (1860)
Einzelbild herunterladen

igentlich

einsberg, weil ich kennend, erweib, bei.

t in der arſchaff z klei

Dichter Sieſta num im villſt? gegend, llereien, kleinen ire Un⸗ Leben ¹ man. kteriſti⸗ r durch ährend prechen

ner Re

Von Emma Niendorf. 475

Gattin ſah zu, und als ihr Gaſt es gar nicht ließ, ſagte ſie zuletzt:O Niembſch, das Tiſchtuch! Er kehrte ſich aber nicht daran, ſtach nur um ſo lebhafter hinein und brach lachend in die Worte aus:Bei euch ſchwä⸗

biſchen Hausfrauen das iſt, als ob man euch ins Herz ſtäche! Warten Sie, ich bringe Sie einmal. Dieſes Stechen in das Tiſchtuch der

Freunde iſt in aller Kleinheit der Sache an ſich doch auch ſchon eine ſinn⸗ bildliche That: der ganze Niembſch iſt darin. Den andern Tag er ſchrieb damals in dem mittelalterlichen Thurme ſeinen Fauſt kommt er mit dem Auftritte, wo Fauſt bei der Schmiedfrau mit dem Meſſer in den Tiſch ſticht, daß Blut herausſpritzt.Sehen Sie, ſagte Lenau,das haben Sie mir gegeben. Es iſt wie bei euch ſchwäbiſchen Frauen, wo auch gleich das Herzblut herausſpringt, wenn man nur in das Tiſchtuch ſticht.

Auch darin liegt wieder der ganze Niembſch, in dieſer Sühne des dämo⸗ niſchen Zugs: Wie er ſeine Wildheit damit gut zu machen weiß, daß er die Perſon, welche er trifft, gleichſam zum Erſatze in die Poeſte erhebt und durch ſeine Kunſt illuſtrirt.

Daß ich den Fauſt citirte, führt mich auf einen Brief Lenaus, von Wien 1835 in das Haus ſeiner edlen ſchwäbiſchen Gaſtfreunde geſchrieben, der ungedruckt iſt und es auch bleiben wird. Niembſch ſagt darin: Wann er wieder komme, das wiſſen die Götter, und die Paßbeamten, die keine Götter ſind. Er verſpricht einige dahin einſchlagende Anekdoten, die er aber nur erzählen will, wann er wieder nach Tiſch mit dem Hausherrn in deſſen

Stube eine Pfeife rauchend auf und ab gehe. Das war nämlich die Ge⸗ wohnheit beider in Stuttgart. Nicht leicht rede er, Lenau, mit ſolchem

Guſto, als bei dieſemRauchwandel. Zur Feier deſſelben ſchickt er eines ſeiner Gedichte:An den Türkenkopf, welches man aber nur um dieſe Zeit leſen möge. Ferner gedenkt der Dichter ſeines Fauſt's, an dem er arbeitet.Der Teufel habe ihn bereits, der Teufel müſſe auch leben. Wenn er den Fauſt nicht hole, ſo wäre es nur, daß der Biſſen zu fad wäre für ſeine Gaumenwarzen. Darum hätte auch Goethe ſeinen Fauſt nicht ſollen retten laſſen. U. ſ. w.

Dem Stuttgarter Kreiſe gehörte damals auch eine Pianiſtin an, welche er für die beſte Vermittlerin zwiſchen ihm und ſeinem geliebten Beethoven erklärte. Gern eilte er in den Abendſtunden zu ihr, um ſich in ihrem kleinen Salon von ihr vorſpielen zu laſſen. Doch hat ihr Meiſter, Chopin, mit deſſen Tongedichten ſie hauptſächlich unſern Lyriker bekannt machte, oft