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Von F. Peter. 3
edlen Tonkunſt, füllte mit ſeinen Leiſtungen ſeinen beſcheidenen Wirkungs⸗ kreis als Kneipenmuſikant auf das rühmlichſte aus und wurde von den luſti⸗ gen Wienern hoch geſchätzt; mochten auch die Allzuehrbaren ihre Naſen immerhin über ihn rümpfen. Auf allen Tanzböden der Kaiſerſtadt und ihrer nächſten Umgebung ſchätzte man den Auguſtin als den luſtigſten und brav⸗ ſten Kerl, der je auf einer Fidel herumgekratzt hatte, und war ihm beim Aufſpielen zum Tanze nur erſt der Heurige in das Geblüt gegangen, glühten ihm nur erſt Wangen und Augen und erhöhte ſich erſt das ſanfte Kirſchroth ſeiner Naſe um einige Tinten, dann ſteigerte ſich die Luſtigkeit der Tänzer und Tänzerinnen im Saale auf das Höchſte, und aus der Luſtigkeit wurde gar bald tolle Ausgelaſſenheit. In wildem, jauchzendem Wirbeltanze drehte ſich dann alles rund herum im Saale, Männlein und Weiblein, ja ſelbſt Tiſche und Stühle ſchienen an dem allgemeinen Rundtanze Antheil nehmen zu wollen, wenigſtens begannen ſie vor Auguſtins Augen ſichtbar zu ſchwan⸗ ken, und die Wände verneigten ſich gegenſeitig, als wollten ſie zu einer Menuett antreten.
In ſolchen Augenblicken froher Begeiſterung ſchien der Auguſtin ein ganz anderer Menſch zu werden, ſeine kurze, gedrungene Geſtalt verlängerte ſich um einige Zoll, und aus den Aermeln ſeines fadenſcheinigen Röckleins ſchien er die gemüthlichſten, einladendſten Tanzweiſen nur zu ſchütteln, die er in tollſter Weiſe variirte und mittelſt ſolch kühner Uebergänge aus einem Motiv in das andere hinüberführte, daß ſeine Kameraden mit Bratſche, Fagot und Baß ihm nicht mehr zu folgen vermochten, ſondern ihren Inſtru⸗ menten Stillſchweigen gebieten mußten, bis ſie ſich an irgend einer paſſenden Stelle wieder begleitend anſchließen konnten. Dabei wiegte er, von dem Zauber ſeiner eigenen Rythmen hingeriſſen, das Köpfchen gar ſelig auf ſeinem feiſten Rumpfe hin und her, während ſein rechter Fuß vergnüglich den Takt ſtampfte und das Accompagnement in den Flug ſeiner Phantaſte hineinzureißen verſuchte. Ein eigenthümliches Zucken der Mundwinkel und ein Wetterleuchten ſeiner kleinen ſchwarzen Augen ging jeder gewagten Wen⸗ dung in der Modulation, jeder überraſchenden Melodie voraus, ſo ſicher wie der Blitz dem Donner, und mit größter Beſtimmtheit konnte der ſtille Beobachter vorherſagen, wenn ſolche zündende Funken aus ihm hervor⸗ ſprühen würden.
Aber nicht allein Tanzweiſen wußte er in ſolchen Stunden der Begei⸗ ſterung mit ebenſoviel Geſchick als Glück zu improviſiren, mit unverſtegbarer
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