Jahrgang 
3 (1860)
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Von Hermann Emmerich. 479

geworden! Voll Abſcheu vor mir ſelbſt und in wilder Verzweiflung ſtürzte ich an das Geländer der Dachterraſſe und ſtierte in den mondbeglänzten Hof, in welchem ſich Schatten hin und her bewegten. Sollſt du dich kopfüber hinabſchleudern? fragte ich mich. Mein Abſcheu vor dem Todtenkopfe war ärger als die Todesfurcht, aber eine unſichtbare Hand packte mich und ich wurde zurückgeriſſen. Später erfuhr ich, daß zwei Männer alle meine Bewegungen überwachten, der Wirth Antonio und der Dolmetſcher. Sie brachten mich in mein Zimmer; ich war die Beute heftiger Schmerzen, ſah aber immer noch, daß mein in eine Lokomotive verwandelter Landsmann umherging und dann und wann Waſſer trank um den Keſſel zu füllen.

Mich hatte eine grenzenloſe Verzweiflung gepackt; die Anſpannung aller Nerven gab mir das Gefühl, daß ich entſetzlich elend ſei, und meine Angſt war unausſprechlich. Auch hatte ich nun ſchon längſt jegliche Willens⸗ kraft verloren, und jeder Verſuch, gegen den Dämon anzukämpfen, vermehrte nur meine Angſt und Ohnmacht. Am allergräßlichſten war der Augenblick, als in mir die Frage auftauchte:Biſt du nicht etwa für immer wahnſinnig geworden? Wirſt du deine Vernunft wieder bekommen? Daß ich für den Augenblick von Wahnſinn umnachtet ſei, darüber hegte ich auch nicht den mindeſten Zweifel. Mein Widerſtand war nun völlig gebrochen, ich warf mich troſtlos auf mein Bett und ſtöhnte jämmerlich. Auch die Lokomotive war aus den Schienen gekommen und ſchrie um Hülfe und Erbarmen.

Es war drei Uhr Morgens; das Haſchiſch hatte jetzt fünf volle Stunden ſeine Wirkung geäußert. Nun kamen die Nachwehen; ich lag den ganzen Tag und die folgende Nacht in einem Zuſtande völliger Bewußtloſig⸗ keit; einmal gab man mir zwei Taſſen Kaffee, die ich verſchlang; dann ver⸗ ſank ich abermals in ſtarre Betäubung und kam erſt nach dreißig Stunden wieder zu mir ſelbſt. Aber in meinem Gehirn ſchwirrten noch allerlei wirre Bilder, und mein ganzer Leib war wie gerädert. Kein Eſſen ſchmeckte mir, kein Getränk milderte meinen Durſt, ich verſtand und begriff nur mit Mühe, was man mir ſagte, und auf alle Fragen antwortete ich ohne Zuſammen⸗ hang. Willenskraft und Vernunft kehrten allmälig zurück, aber ſie waren noch ſehr ſchwach; indeſſen tröſtete mich die Ueberzeugung, daß ich nicht wahnſinnig geworden ſei. Ich wurde in ein Bad geführt, wo ein brauner Syrer meine Glieder knetete; er wußte offenbar, wie er mit mir daran war, denn als er mich nach dem Bade niederlegte, damit ich der Ruhe pflege, gab

er mir einen ſcharfen ſauern Trank, der mir ſofort große Linderung brachte