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466 Der Lieutenant.
repräſentiren, ihre Aufgabe ordentlich erfüllen, ſo müſſen ſie ſich nicht ſchneller bewegen, als es dieſes Bataillon zu thun im Stande iſt. Eine Linie von fünfzig und mehr vierſpännigen Proviantwagen iſt erſchrecklich lang, und die Spitze kann in großer Gefahr ſein, während der letzte Wagen noch gar nicht in Bewegung iſt; das muß der einſpännige Karren berückſichtigen. Allein die Luſt, die Aufgabe zu löſen, verführte, wie geſagt, den General oft zum Selbſtbetrug. Bataillons verſteckten ſich hinter einem kleinen Gebüſch und der Karren agirte ſtets als einzelner Karren, ja er wurde ſo unſchuldig maskirt, daß er mit andern Wagen die feindliche Linie paſſirte, ohne daß man in derſelben die Ahnung haben konnte, der große Provianttransport ſei glücklich in die Feſtung gekommen! War ihm eine ſolche Liſt gelungen, dann that er ſich nicht wenig darauf zu gut, deſſenungeachtet war er ein wahrhaf tiger General.
Ich kam bei ihm in den Ruf eines ſehr talentvollen Offiziers. Der Zufall, der mir dies einbrachte, iſt komiſch, und da dergleichen im Felde nicht ſelten vorkommt, ſo will ich ihn erzählen. Wir rückten gegen den Mombacher Wald vor. Ich hatte den Auftrag, mit meinem Tirailleurzuge die Verbindung zwiſchen zwei in Angriffskolonne formirten Bataillons zu unterhalten. Das eine derſelben zog ſich jedoch immer weiter rechts und das andere immer weiter links, ſo daß ich meine Linie ungebührlich ausdehnen mußte und endlich, als ich in den Wald tiefer eindrang, gezwungen war, den Zug zuſammenzuziehen. Ich hielt indeſſen die muthmaßliche Mitte, Plänkler rechts und links ſchickend, um wo möglich einen Blick von meinen Bataillonen zu behalten. Endlich wußte ich weder, wo ich ſelbſt mich be⸗ fand, noch wo meine Bataillons ſtanden, noch wohin ich mich zu wenden habe, da uns die Manöverdispoſition nur äußerſt flüchtig mitgetheilt war und ich— ehrlich geſtanden— mich auch nicht viel darum gekümmert hatte. In meiner Verlegenheit ſtieß ich auf meinen Freund S., der mit einem Zuge Bieberich gegenüber an der ſogenannten ſchönen Ausſicht ſtand. Er hatte den Auftrag, dort zu bleiben, bis man ihm ſagen würde, wohin er zu gehen habe. Er ſtand ſchon eine Ewigkeit dort, man hatte ihn ganz ſicher ver⸗ geſſen, und er wußte nicht, wohin er ſich wenden ſollte,
Ich hielt es für das Beſte, mich ihm anzuſchließen und ging dann allein in den Wald vor, um zu rekognoſciren, da ich an dem Gewehrfeuer im Walde, wie an den verſchiedenen Signalen nicht gewahr werden konnte, ob ſie von Feind oder Freund kamen. Endlich ſah ich feindliche Gzatoe


