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Von Corvin.
der mitten in der Kolonne ſteckte. Der aufgewühlte Staub war faſt er⸗ ſtickend; man ſchnappte nach Luft, wie ein Fiſch auf dem Trockenen. In⸗ deſſen ſelbſt dieſes Exrerciren machte mir Spaß, beſonders wenn im Feuer exercirt wurde. Der Pulverdampf hat etwas ganz eigenthümlich Berauſchen⸗ des, und der preußiſche Avancirmarſch ſcheint mir aufregender als die Mar⸗ ſeillaiſe. Man hat denſelben neuerer Zeit für die ganze Muſik arrangirt; ich finde ihn wunderſchön, allein er bringt bei mir ganz dieſelbe Wirkung hervor, wenn ihn auch nur die Pfeifen allein ſpielen und die Trommeln mit dem Takt begleiten. Ich faßte ſtets unwillkürlich den Degen feſter und mein Blut gerieth in Wallung.
General Schütz war ein tüchtiger Taktiker und beläſtigte⸗ unſere Ober⸗ ſten mehr mit Manöyern und andern militäriſchen Verſuchen, als ihnen lieb war. Beſonders waren manche Hauptleute Feinde der Manöver und Feld⸗ dienſtübungen, weil es die Leute„zum Parademarſch verdarb“. Ein un⸗ tadelhafter Parademarſch, beſonders in Kompagniefront, war das höchſte Ziel, nach welchem die meiſten Hauptleute damals ſtrebten. Sah man den weißen Federbuſch des Generals am Ende der Thiermarktſtraße auftauchen und die Parole war ausgegeben, dann war der Thiermarkt, wo die tägliche Parade ſtattfand, in einer Minute leer, denn Schütz hatte gewöhnlich einen langen Zettel voll Notizen.
Seine Manöverdispoſitionen waren meiſtens ſehr intereſſant; allein der Wunſch, ſeine Aufgabe zu löſen, ließ ihn oft Vorkehrungen treffen, wo⸗ durch er ſich ſelbſt betrog. Einſt hatte er ſich die Aufgabe geſtellt, einen Convoi von Proviant in die Feſtung zu ſchaffen. Unſere Truppen, von denen angenommen wurde, daß ſie die Feſtung blockirten, ſollten dieſen Transport aufzufangen ſuchen. Da man nicht genug preußiſche Truppen in Mainz hatte, um ein getreues Bild des Krieges aufzuſtellen, ſo mußte man zu militäriſchen Hieroglyphen ſeine Zuflucht nehmen und ganze Bataillone duu wenige Rotten und eine kleine Fahne repräſentiren laſſen; man nannte
ies gegen einen markirten Feind manövriren.— Der Convoi war durch einen— einſpännigen Karren„markirt“. Dieſes Markiren war ſehr gut und entſprach ſeinem Zweck vollkommen, wenn man nur nicht ſo oft im Eifer die taktiſchen Möglichkeiten vergeſſen hätte. Ein Bataillon von tauſend Mann braucht eine eiänand und ziemlich lange Zeit, um ein Defilé zu paſſiren, und nimmt ſelbſt in geſchloſſener Kolonne einen nicht unbeträcht⸗ lichen Raum ein; wollen nun die zwanzig Mann, welche ſolch Bataillon Hausblätter. 1860. III. Bd. 30


