Jahrgang 
3 (1860)
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Von Corvin. 463

keines Duelles zu erinnern, welches zwiſchen einem öſterreichiſchen und einem preußiſchen Offizier ſtattgefunden hätte.

Bei den Einwohnern von Mainz waren die Oeſterreicher damals be⸗ liebter als die Preußen, was wohl zum Theil daher kam, daß ſie ihrer langen Dienſtzeit wegen viele Jahre in Mainz blieben, mit den Bürgern beſſer be⸗ kannt wurden und ſich zu allerlei Gefälligkeiten und Dienſtleiſtungen willig finden ließen, während die Preußen höchſtens drei Jahre dienten und häufig ſchon nach anderthalb oder zwei Jahren zur Kriegsreſerve entlaſſen wurden. Auch herrſchte in jener Gegend noch aus den neunziger Jahren her eine Art traditioneller Antipathie gegen die Preußen, wie denn überhaupt ihre nord⸗ deutſche Art und Weiſe wenig Beifall fand.

Bei den Oeſterreichern herrſchte damals noch ſehr viel Altmodiſches im Militärweſen, welches uns viel zu lachen gab. Beſonders amuſirte es uns, daß jedem Kommando erſt eine Geſchichtserzählung voranging; z. B.man wird in ganzer Front marſchiren, und nun kam erſt das eigentliche Kom⸗ mando. An den Dialect und die Betonung des Kommandos konnten wir uns gar nicht gewöhnen, und während General von Welden ſich über das

zung beſt preußiſche KommandoGewehr über halb todtlachen wollte, paſſirte uns damals dl faſt daſſelbe bei dem ächt öſterreichiſch betontenKolben hoch. Sie nurd Der Dienſt war für uns Offiziere in Mainz nicht beſonders ſchwer, eines bül⸗ wenigſtens hatte ich nicht darüber zu klagen, daß mein Hauptmann mich ner Schwl⸗ zu häufig mit Exerciren plagte; geſchah es, ſo war die Sache in höchſtens löst wurde, zwei Stunden abgemacht. Das tägliche Erſcheinen bei der Parole war mehr Pionnietun ein Amuſement, denn man fand ſich hier mit allen Kameraden zuſammen löst wurde und konnte verabreden, was man am Nachmittage beginnen wolle, oder ſich ntirten no ſonſtige Tagesneuigkeiten mittheilen. Die Appells, bei denen den Leuten die ſ. w. ange⸗ Befehle bekannt gemacht und die meiſt von nur einem Offizier abgehalten wurden, dauerten ſelten länger als eine Viertelſtunde, wenn nicht grade e yruußiſ Montirungsſtücke nachgeſehen oderInſtruktionsſtunde gehalten wurde, en bejuchin die man indeſſen auch häufig dem Feldwebel und den Unteroffizieren über⸗

ließ. Alles das hing natürlich ſehr von dem Kompagniechef ab. Zur Aus⸗

litten dicß die hin un

bildung der Rekruten eines Bataillons waren gewöhnlich einige Offiziere

6 di ing ſec en einige Stunden Vor⸗ dahren no kommandirt, die dann allerdings ſechs Wochen lang einige Stunden Vor⸗ . Zu und Nachmittags bei deren Exerciren anweſend zu ſein hatten.

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rone Om: r lich fraund⸗ Die Preußen hatten in der Feſtung zwei Offizierswachen; die preußiſche ahe dem Dom und die Gauthorwache. Dieſer Dienſt traf uns

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