Der Kieutenant.
Aus den Erinnerungen aus meinem Leben. Von Corvin.
(Fortſetzung.)
II.
Mainz iſt bekanntlich eine Bundesfeſtung und ihre Beſatzung beſteht zu gleichen Theilen aus Oeſterreichern und Preußen; ſie ſtand damals auf dem Kriegsfuße und belief ſich auf mehr als 12,000 Mann. Sie wurde gebildet aus dem Regimente von Langenau und einem Bataillon eines böh⸗ miſchen Regimentes, Artillerie, Pionnieren, Pontonieren und einer Schwa⸗ dron Dragoner, die ſpäter durch eine von Coburg⸗Ulanen abgelöst wurde; dem 35. und 36. preußiſchen Infanterie⸗Regiment, Artillerie, Pionnieren und einer Schwadron Ulanen, die ſpäter von Dragonern abgelöst wurde. Die Zahl der Offiziere war ſehr bedeutend, da außer den regimentirten noch eine Menge bei der Militärkommiſſion, beim Proviantweſen u. ſ. w. ange⸗ ſtellt waren.
Stadt und Feſtung waren in eine öſterreichiſche und in eine preußiſche Hälfte eingetheilt; ſogar die niedern, von den gemeinen Soldaten beſuchten Wirthshäuſer der Stadt ſowohl, wie der naheliegenden Dörfer, erlitten dieſe Scheidung. Letzteres geſchah, um Schlägereien zu verhüten, die hin und wider vorkamen und nicht ſelten blutig abliefen. In den erſten Jahren nach dem Kriege kam es einſt ſogar zu einem Gefecht mit ſcharfen Patronen. Zu jener Zeit war jedoch das Verhältniß der beiden Truppen ein ziemlich freund⸗ ſchaftliches, trotz der gelegentlichen Wirthshausſchlägereien.
Die beiden Offizierkorps vertrugen ſich vortrefflich, und ich weiß mich
keines preußi liebter Dienſ kannt finden ſchon Auch tradi
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