ohn⸗ ichen aben, ver⸗ toßes nden -utes nner aannt ißern
ohnt
46¹
Von Karl Seifart.
ſchnell es gehen wollte, den Pleßberg verließ. Für kein Königreich wollte der Mann wieder einen Stein aus der Mauer brechen.
Daß die Pleſſe noch zur Zeit des dreißigjährigen Kriegs bewohnt geweſen ſein muß, beweist uns eine zu Gunſten der Armen in Eddiehauſen gemachte Stiftung, welche durch folgende Begebenheit veranlaßt wurde. Zur Zeit des dreißigjährigen Kriegs, an einem 5. März— die Jahrszahl iſt uns entfallen, doch kann der Wirth eine Copie der über dieſe Stiftung aufgerichteten Urkunde vorlegen— übernachtete eine Landgräfin von Heſſen auf der Pleſſe und reiste am folgenden Tage weiter. Es hatte über Nacht ſtark geglatteist, und wie nun der Reiſewagen den ſteilen Berg hinabfährt, können ihn die Pferde nicht halten und er ſtürzt in den tiefen Abgrund, der noch heute das Fürſtenloch heißt. Durch Gottes Wunderkraft war die Fürſtin unverletzt geblieben. Da beſtimmte ſie zum Dank für ihre Rettung, daß alljährlich am 5. März ſieben Malter Roggen unter die Armen in Eddiehauſen vertheilt werden und von dem Prediger des Dorfs eine Dank⸗ predigt gehalten werden ſollte.— Früher wurde der Roggen in Eddie⸗ hauſen ſelbſt, ſpäter aber auf dem Amte in Bovenden vertheilt. In der weſtphäliſchen Zeit hatte man ſich einmal nicht um die alte Stiftung gekuͤm⸗ mert und die Vertheilung unterlaſſen, da hörte man auf dem herrſchaftlichen Kornboden in Eddiehauſen immer ein gewaltiges Schaufeln und Rumoren, und folgendes Wunderzeichen erinnerte die Leute an ihre Pflicht: Unter dem Kornboden war ein Pferdeſtall, in welchem ſieben Füllen ſtanden. Dieſe waren nun in der Nacht vom 5. auf den 6. März alle ausgebrochen und konnten lange nicht wieder aufgefunden werden. Endlich entdeckte man ſte alle ſteben oben auf der Pleſſe, wo ſie hart am Abgrunde grade üͤber dem Dorfe ſtanden. Sie konnten nur mit vieler Mühe wieder zurückgebracht werden.
Unſer Blick umſchweift jetzt das alte Gemäuer des auf der ſudweſt⸗ lichen Seite der Burg aus felſigem Grunde aufragenden Wartthurms, er drohte bereits den Einſturz, iſt aber jetzt ſo weit reſtaurirt, daß er noch Jahrhunderte lang der Nachwelt von der Bauweiſe der Väter wird erzählen können. Einſt nahm ein Herr von Hardenberg oben an jenem uralten Gemäuer ein ſchreckliches Ende. Das ging ſo zu: Ein Fräulein Adelheid von der Pleſſe erging ſich an einem ſchönen Frühlingstage im Walde und kam bis auf den Arenſtein bei Mariaſpring. Auf dem Platze grünte und blühte es ſo lieblich, daß der Jungfrau das Herz aufging und ſie im fröh⸗


