Jahrgang 
1 (1860)
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VI

dem ſehr brave Charakterzeichnungen und treffliche Schilderungen, und das Liebes⸗ verhältniß Adolfs und Sophiens, der Tochter des Wojewoden, iſt überaus anmuthig durchgeführt. Wir wünſchen dem Buch theilnehmende Leſer.

Fr. Bodenſtedt, Tauſend und Ein Tag im Orient. 3te Auflage. Berlin. Decker. 1859. Das längſt be⸗ kannte, durch und durch gute und ſchöne Buch erſcheint hier in einem kompreß gedruckten, billigen Bande, was Boden⸗ ſtedts Freunde äußerſt erfreuen muß. Denn erſt ſo wird es Vielen möglich, das Buch im eigenen Beſitz zu haben. Es iſt eins von denen, an denen man immer von neuem Unterhaltung findet.

Johannes Scherr, Schiller und ſeine Zeit. Leipzig. O. Wi⸗ gand. 1859. Es liegt uns von dieſer Feſtſchrift die Volksausgabe vor, welche in einen Band gedruckt, den Zweck hat, auch dem weniger bemittelten Freunde Schillers die Anſchaffung des Buches möglich zu machen. Und wir loben dies⸗ mal eine ſolche Ausgabe um ſo mehr, weil das Buch, unſerer Ueberzeugung nach, unter den zum 10. November er⸗ ſchienenen Gaben einen der erſten Plätze einnimmt und eine unbegrenzte Verbrei⸗ tung verdient. Das iſt ein Buch, wie wir unſerm Volke über jeden ſeiner Lieb⸗ linge eins wünſchen; ein Buch, fern von Gelehrſamkeit undſcharfſinnigen Erklärungen und Entwickelungen, ohne Phraſen und ſchöne Worte, ein Buch, wie es ſein ſoll, einfach und doch dem Gebildetſten genügend, knapp und doch hinreichend ausführlich, voll Liebe für den großen Dichter, den es uns ſchil⸗ dert, aber ohne Verblendung, ohne ein

weichliches Heimlichthun, wo von ſeinen Schwächen zu reden iſt. Der Verfaſſer weiß es gut, daß Schiller ein Menſch iſt und bleibt, daß er aber Licht genug ausſtrömt, um alle kleinen ſich hie und da zeigenden Schatten gleichgültig über⸗ ſehn zu laſſen. Herr Scherr hat ſeinen Stoff in drei Bücher getheilt: Schillers Lehrjahre, 1759 1782; Wanderjahre, 1782 1790; Meiſterjahre, 1790 1805 eine Eintheilung, die ſich aus Schillers Leben und Dichten von ſelber als die natürlichſte herausſtellt. In dieſen drei Büchern behandelt er, wie wir ſchon geſagt, ſeinen Stoff knapp und ſcharf, mit hinreichender Ausführ⸗ lichkeit. Wir haben nichts Beſonderes vermißt, dagegen mancherlei gefunden, was erſt hier im rechten Lichte erſcheint. Wir haben nichts hinzuzufügen, als daß das Buch ein unendlich wohlthuen⸗ des iſt, wozu nicht wenig die muſter⸗ hafte Darſtellungsweiſe beiträgt. Herr Scherr hat ſich auch hier wieder unſern wärmſten Dank verdient. Schmidt⸗Weißenfels, Ge⸗ ſchichte der Marie Antoinette. A. d. Franzöſiſchen des E. und J. v. Goncourt. Autoriſirte deutſche Ausgabe. Mit dem Portrait der M. A. Prag. Kober u. Markgraf. 1859. Un⸗ ſerem Grundſatze gemäß müſſen wir uns bei dieſem Buch auf die einfache Anzeige beſchränken. Die Ueberſetzung liest ſich gut. Die Ausſtattung iſt ſchön. Schmidt⸗Weißenfels, Fürſt Metternich. Geſchichte ſeines Lebens und ſeiner Zeit. Lieferg. 17. Prag. Kober u. Markgraf. 1859. Auch dies Buch können wir einſtweilen nur anzeigen und müſſen uns eine Beſpre⸗