Jahrgang 
4 (1859)
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Gedanken über Raum, Zeit und Ewig⸗ keit. A. d. Engliſchen überſetzt v. W v. Voigts⸗Rhetz. Leipzig. Coſte⸗ noble. 1859. Das Buch erſchien vor einiger Zeit bei dem Buchhändler Bail⸗ lière in London, ohne irgend eine An⸗ deutung, daß die Schrift kein engliſches Originalwerk ſei⸗ Das engliſche Buch erſchien in ſechs ſtarken Auflagen, und erſt nachdem die oben genannte Ueber⸗ ſetzung verſendet war, erfuhren Ueber⸗ ſetzer und Verleger, daß das Original kein engliſches, ſondern ein deut⸗ ſches, und zwar das vor 13 Jahren erſchienene, wenig bekannt gewordene Schriftchen: Die Geſtirne und die Weltgeſchichte von F. Eberty ſei. Der engliſche Verleger hatte es eben gegen den erklärten Willen des Verf. ins Engliſche überſetzen laſſen und keine Silbe davon geſagt. Wir lenken die Aufmerkſamkeit des Publikums auf die Originalſchrift hin, die nach dem, was uns in dieſer Rücküberſetzuug vor⸗ liegt, allerdings die vollſte Anerkennung verdient, welche man in England ihr gegönnt hat. Unſere Anerkennung müſ⸗ ſen wir aber vor allen Dingen dem Ueberſetzer und Verleger ſpenden, die in einer beſonders gedruckten Vorbemerkung den Irrthum aufklären und das Publi⸗ kum auffordern, den deutſchen Ver⸗ faſſer zu ehren, deſſen Buch ein ſolches ächt deutſches Schickſal gehabt.

Die Hohenſtaufen. Ein Epos in ſechs Geſängen. Hildburghauſen. Bibliogr. Inſtitut. 1859. Es iſt begreiflich genug, wenn unſere Dichter ſtets von neuem in jene Tage zurück⸗

greifen, die zwiſchen dem furchtbaren

Elend unter den letzten Saliern und den jammervollen Zeiten während der letzten

Hälfte des dreizehnten, während des gan⸗ zen vierzehnten und fünfzehnten Jahr⸗ hunderts liegend, zu den glänzendſten und ruhmreichſten in der deutſchen Ge⸗ ſchichte zählen, und ſich mit ihrer Dich⸗ tung an das Geſchlecht lehnen, dem wir dieſen Ruhm und Glanz verdanken, das uns die größten Kaiſer und in ihnen zugleich auch Menſchen gab, die nicht nur damals, ſondern zu allen Zeiten der höchſten Bewunderung und Begeiſte⸗ rung würdig ſein müßten. Was wir in den andern Kaiſerhäuſern nur Ein⸗ zelnen und auch dieſen meiſtens nur theilweiſe nachzurühmen haben, das läßt ſich im Hauſe der Hohenſtaufen mit ge⸗ ringer Beſchränkung von jedem ſagen: es waren Männer von feſter, gewaltiger Kraft, von unbeſieglicher Energie, von vollem Bewußtſein ihrer Rechte und ihrer Pflichten, ihrer hohen Stellung, Män⸗ ner von unnachgiebiger Strenge und verſöhnender, menſchlicher Milde, Män⸗ ner von Herz und von Geiſt, wie wir im ganzen Mittelalter dreice Ihres⸗ gleichen finden. Sie ließen Deutſchland wiederholen wir aus dem Elend der Salierzeit, man möchte ſagen, neu erſtehn, ſie machten es zum erſten Reiche der Welt und ermöglichten ihm ein Ge⸗ deihen, ein Regen und Streben aller Kräfte, das man ſpäter lange Jahrhun⸗ derte hindurch niemals wiederfindet. Und ſomit wäre dieſe Zeit und dies Geſchlecht wohl geeignet, Stoff und Helden für ein epiſches Gedicht zu liefern, wie wir ſie nicht beſſer verlangen können d. h. wohlverſtanden, wir finden in der Hohen⸗ ſtaufenzeit und ihrer Geſchichte mehr als einen Stoff und mehr als einen Helden für ein epiſches Gedicht. Damit haben wir den Vorwurf aus⸗