Jahrgang 
4 (1859)
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liefern wird, wie auch in den, dieſem Buche eingewebten Stücken dieſer Art zum Theil ſogar manches Treffliche zu finden iſt. Aber laſſe er die Menſchen diealten und diejungen und ihre Abenteuer lieber aus dem Spiel. In den drei Bänden, unter den vielen Perſonen wüßten wir nur drei Da⸗ gobert, Nini und Sir Fergus zu nennen, die dem Verf. vollſtändig, aber nun auch trefflich, gelungen ſind. Allein das genügt leider nicht, da drei gute Nebenperſonen noch keinen guten drei bändigen Roman machen.

Ludwig Roſen, Werner Thor⸗ mann. Roman. 3 Bde. Breslau. Tre⸗ wendt. 1859. Das iſt auch ein neuer Autor, der vor dieſem Buch erſt einen Band herausgegeben, denBuchen⸗ hof, und durch denſelben ſich freund⸗ liche Anerkennung erworben. Der neue Roman muß dieſe Anerkennung vermeh⸗ ren es iſt ein braves Buch. Auch hier iſt ein Burſchenſchäftler, der ins Gefängniß kommt, flieht, ſich verbirgt, in menſchliche Schwäche verfallend ſich ſtets wieder aufrafft. Im wilden und mühſeligen Leben ſehen wir den Kern ſeines Innern ſich immer tüchtiger her⸗ anbilden und begrüßen ihn zum Schluß als fertigen Mann wieder in der Hei⸗ mat und im Glück. Auch hier ſtimmt die Zeit nicht recht. Das Jahr 1819 kann dem Alter des Helden nach nicht das Anfangsjahr ſein, und ſpäter mach⸗ ten die Regierungen mit der Burſchen⸗ ſchaft nicht ſo viel Umſtände, wie hier im Anfang geſchieht. Allein hier ver⸗ ſchwindet dieſer Fehler und ſonſtige kleine Ausſchreitungen vor der wahrhaften Ge⸗ diegenheit und Liebenswürdigkeit des Ganzen. Liebenswürdig heißen wir das

III

Buch vor allem, ſo erſchütternd auch manche Situation darin wirkt. Das ſind Menſchen, das iſt Leben. Wir gratuliren dem Verfaſſer zu dem Buch. Es iſt des freundlichſten Beifalls würdig. Guſtav vom See, Vor fünfzig Jahren. Roman. 3 Bde. Breslau. Trewendt. 1859. Das Buch ſchließt ſich an die ſchwerſte Zeit, die Deutſch⸗ land, mit einziger Ausnahme des 30⸗ jährigen Krieges jemals erlebt hat, an die Zeit von 1807 1812, 2, und fin⸗ det, wie auch jene Tage, einen arßebenden Abſchluß in den folgenden Befreiungs⸗ kriegen bis 1815. An dem Buch kann man mit gutem Gewiſſen alles loben, Erfindung, Ausführung, Zeichnung der Charaktere und Behandlung der erzäh⸗ lenden Partien man darf ſagen, daß jeder Perſon ihr volles Recht geworden; alle treten genau ſo viel hervor, wie ſie ſollen, jeder Charakter iſt ſicher angelegt und durchgeführt, von einem andern Schwanken als dem in der menſchlichen Natur begründeten, iſt nichts zu bemer⸗ ken. Das Hiſtoriſche iſt daneben mit einer Treue und einem Geſchick behan⸗ delt, wie es uns wahrhaft erfreuen muß, und Schilderungen, wie die der erſten Crhebung, 1813, B. 3. S. 186 ff. ge⸗ hören zu dem Beſten, was wir in dieſer Weiſe kennen. Auch in anderem, menſch⸗ lichem oder romanhaftem Sinn enthält dies berührte Kapitel wahrhaft meiſter⸗ liche Züge. Gönne das Publikum die⸗ ſem trefflichen Buche ſeine volle Aner⸗ kennung, wie daſſelbe ſie in reichſtem Maße verdient.

Volkskalender für 1860. Bres⸗ lau. Trewendt. Das Büchlein hat einen reichen, unterhaltenden und beleh⸗ renden Inhalt, der ſeinem Rufe auch in