Jahrgang 
4 (1859)
Einzelbild herunterladen

Von Fr. Friedrich. 53 anz mit meiſter die beſten Fechter und Schläger der ganzen Armee beſiegt habe, zu nichts den Ohren des Königs. So erzürnt Auguſt der Starke anfangs hierüber ß raſch auch war, ſo trug er dennoch Verlangen, den Fremden kennen zu lernen ommen, und zu ſehen, ob er auch ſeinem Degen Stand halten werde. Incognito Haupt⸗ wollte er ihm entgegentreten, um ihn nicht durch ſeine Würde einzuſchüch⸗ agte es tern und einen um ſo vollſtändigern Sieg über ihn zu erringen. tenant, Als er am folgenden Morgen, nur von einem Adjutanten begleitet, nit dem auf den Fechtſaal trat, war auch der Pſeudoſchulmeiſter bereits zugegen, und

mit einem verächtlichen Lächeln blickte der König auf deſſen unſcheinbare uch mit Geſtalt. Ha, wie war es möglich, daß dieſer Mann ſeinem ſtarken, unbe⸗ ,3ch ſiegbaren Arme widerſtehen konnte! Er mußte büßen für die Schmach, die it dem er ſeinen Offizieren angethan!He, Schulmeiſter, wandte er ſich an zraucht ihn,meine Kameraden haben mir erzählt, daß Er zu fechten verſteht, Hier meine Waffe iſt zwar der Säbel, doch bin ich auch mit dem Degen nicht o, nun ganz ungeübt. Will Er auf Degen einen Gang mit mir machen? He! Durch Zufall hatte Kreußler den König am Tage zuvor geſehen. So⸗ nd un⸗ fort erkannte er ihn wieder und ſein Herz ſchlug höher und unruhiger, als anfte er ſich jetzt dem Manne gegenüber ſah, von dem er ſo vieles gehört, um ſih zu deſſentwillen er hieher gekommen war. Er errieth, daß der König nicht zob er erkannt ſein wollte, und indem er auch ſeine Rolle feſthielt, erwiderte er ſo bot gefaßt und ruhig:Weßhalb nicht, Herr? Ich bin ja hieher gekommen, um e gnn zu lernen. Der Herr Fechtmeiſter wollte mir die Kunſt beibringen. Lirute⸗Schon gut, ſchon gut! unterbrach ihn der König, dem der Spott dieſer . Worte nicht entging.Ich hoffe, Er ſoll etwas lernen. Nehm' Er den immer 5 3 3 Degen und leg' Er ſich aus. f, und Ruhig gehorchte der Fremde. Kaum hatte er ſich indeß ausgelegt, als uu 5 der König mit größter Kraft und Gewandtheit ausfiel. Leicht und geſchickt ſie z

wurde dieſer Stoß parirt. Der König erröthete unwillig. Stoß auf Stoß führte er auf ſeinen Gegner, aber keiner traf, jede Finte wurde parirt. Ruhig, feſt ſtand der Fechtmeiſter da. Sicher ruhte ſein Blick auf dem Auge

3 8 ſcke des

ch s des Königs, der immer heftiger und erbitterter wurde und durch gewaltige ichiger Kraft der Stöße zu erreichen ſuchte, was ihm durch Geſchicklichkeit nicht er unter gelingen wollte. Noch hatte ihn kein einziger Stoß getroffen, noch hatte er berel, ſich nur darauf beſchränkt, zu pariren. Da rief der König, den dieſe Scho⸗ rwurde nung noch mehr als ſein vergebliches Bemühen erbitterte:Herr, fall' Er

aus! Ich bin kein Knabe, den Er zu ſchonen braucht!

rſſcul⸗