Von Fr. Friedrich. 47 ßFechter kehren mag und das bezahlen kann, was er verzehrt?“—„Ganz recht!“ Jena zu erwiderte der Wirth.„Sie ſcheinen indeß fremd zu ſein und die Studenten enn man nicht zu kennen, und aus Rückſicht auf Ihr Wohl hielt ich mich für verpflich⸗
tet—.“—„Kümmert Euch nicht um mich,“ unterbrach ihn der König. dſo gut„Bringt mir eine Flaſche guten Wein, ich werde mit den Herren ſchon m hätte, fertig werden.“ lein der Der Wirth gehorchte ſchweigend. Seinem ängſtlichen Blicke ſah man n zuruck es indeß an, daß er ſich in Gedanken mit dem traurigen Geſchicke, das dem ich mit⸗ Könige bevorſtand, beſchäftigte. Als er mit dem verlangten Wein wieder eitwillig in das Zimmer trat und denſelben vor den Gaſt hinſtellte, ſprach er mit genugte erſchrockener Stimme:„Sehen Sie, Herr, dort kommt der ſchlimmſte Burſch hm eine von allen. Er iſt ein ausgezeichneter Schläger und Renommiſt. Kein Fuchs
bleibt vor ſeiner Klinge verſchont, und eher würde ein Bürger auf das Er hatte Himmelreich verzichten, ehe er mit ihm einen Streit ſuchte. Verlaſſen Sie rrotk ſaß das Zimmer, Herr, ſo lange es noch Zeit iſt. Sehen Sie ſeinen Ziegen⸗ bot ſich hainer, es iſt der dickſte und ſchwerſte in ganz Jena!“— Der König ließ enenſer ſich durch des Wirths Schrecken und Beſorgniß nicht aus ſeiner Ruhe brin⸗ ir Jenas gen. Lächelnd erwiderte er:„Beruhigt Euch. Es wird ſo ſchlimm nicht ht, und werden. Ich ſuche keinen Skandal und fürchte auch keinen.“ Verlan⸗ Der Wirth zog ſich bang in eine Ecke des Zimmers zurück. In dem i größer Augenblicke trat der gefürchtete Burſch, der größte Renommiſt Jenas ein. ens der Es war eine große, wild ausſehende Geſtalt mit langen Haaren, die durch Jüxger ein hohes mit mächtiger Feder verziertes Barett bedeckt wurden. In der erſtanden Rechten trug er den unvermeidlichen und gewaltigen Ziegenhainer. Sogleich t hinaus ſein erſter Blick fiel auf den frechen Philiſter, der es gewagt hatte, dieſen
Raum zu betreten. Er verſuchte ihn durch die Macht ſeines Blickes zu ver⸗ niſct nichten, aber dieſer Blick glitt an dem ruhigen, feſten Auge ab, mit dem der 5 M König ihm entgegen ſchaute. Erzürnt trat er auf ihn zu und ſchlug mit 3 dem gewichtigen Ziegenhainer die Weinflaſche vom Tiſche, daß die Scherben ſer Bür⸗
klirrend im Zimmer umherflogen.— Um den Mund des Königs zog ſich
b aus.„er 8.... 3.. aber ein ſpöttiſches Lächeln. Mit ruhiger Stimme befahl er dem Wirth, ihm eine
d Vr neue Flaſche Wein zu bringen. Kaum ſtand dieſe wieder vor ihm, als der und 4 Burſch noch erbitterter als zuvor aufſprang und auch ſie mit dem ſchweren adt un Stocke zerſchlug, ehe noch der König ſein Glas daraus gefüllt hatte.
huit Dieſe Kühnheit überraſchte den König und er war für einen Augenblick
unentſchloſſen, ob auch er aufſpringen und ſie beſtrafen ſolle. Er überwand guch ein⸗


